Caroline Perron

Falcos letzte Liebe über seine Ängste: „Er litt extrem unter Selbstzweifeln“

18.04.2026

Falco lebt! 28 Jahre nach seinem Tod präsentiert VW eine Golf Falco Edition, die mit einer Riesenparty im U4 gefeiert wurde. Seine letzte Freundin, Caroline Perron, im Interview über die Unsterblichkeit von Hans Hölzel.   

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Über 400 VIPs und Wegbegleiter kamen letzte Woche wieder in der Kult-Disco U4 zusammen, um Falco alias Hans Hölzel († 40) zu feiern. 28 Jahre nach seinem Tod präsentierte VW eine Golf Falco Sonderedition – mit Autogramm und vielen edlen Details, die der Musiklegende auch gefallen hätten – wie auch Caroline Perron im MADONNA-Talk bestätigt.

Die inzwischen 51-jährige Beauty war Falcos letzte große Liebe. Und Hans ist bis heute ihr Lebenswegbegleiter. Das Interview:

Caroline, wir sitzen in dem neuen Golf Falco Edition-Sondermodell. Wie fühlt sich das für Sie an – 28 Jahre nach seinem Tod?
CAROLINE PERRON: Wie ich mich in die sem Auto fühle? Es ist ein ganz besonderes Auto, weil es eine Sonderedition ist. Und seine Unterschrift darauf zu sehen, macht es noch besonderer. Mit all den Details fühle ich mich wie in einem luxuriösen Raum. Es ist sehr komfortabel, hat eine tolle Ausstrahlung, wie Hans sie auch hatte, und das Auto ist sehr stilvoll. Aber ich frage mich natürlich auch, was er dazu sagen würde...

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Was denken Sie, würde er dazu sagen?
PERRON: Ich glaube, das würde ihn schon stolz machen. Ich habe auch das Gefühl, er fährt hier mit. Egal, was ist – Hans lebt einfach weiter. Da geht es nicht nur um dieses Auto, sondern um so vieles mehr. Seine Musik lebt ja auch immer noch.

Nach 28 Jahren würden leider viele in Vergessenheit geraten. Falco nicht – woran
liegt das Ihrer Meinung nach?

PERRON: Ich denke, es ist eine Kombination aus drei Dingen: seine Musik, seine besonderen Texte und seine Persönlichkeit. Diese Kombination – und er war so avantgardistisch, ohne es zu wissen. Seine Texte konnte man auf verschiedene Arten interpretieren. Jeder nimmt etwas Eigenes daraus mit. Er hatte dieses Talent, so zu schreiben. Und jetzt, wo ich immer mehr Deutsch verstehe, merke ich erst, wie schön und beeindruckend seine Texte sind. Und das Erstaunliche ist: Seine Musik ist bis heute frisch und total modern geblieben.

Was haben Sie persönlich von Hans Hölzel gelernt?
PERRON: Sehr vieles – die Liste ist lang. Kochen zum Beispiel! (lacht)

Kochen?
PERRON
: Ja, er hat ja die österreichische Küche geliebt und hat mir gesagt, was er am liebsten isst. Seine Mutter hat mir dann beigebracht, wie man Wiener Schnitzel, Gulasch und all diese Speisen kocht. Für mich als Kanadierin war das natürlich völlig neu. Heute liebe ich das Essen selbst. Außerdem habe ich von Hans gelernt, geduldig zu sein. Er war immer vorausdenkend und hat mir oft geraten, nicht so ungeduldig zu sein – aber ich war damals zu jung, um es zu verstehen. Heute denke ich oft an seine Worte.

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Wie kann man sich Ihr Leben heute vorstellen – Sie werden immer noch als „Freundin von Falco“ vorgestellt. Stört Sie das nicht?
PERRON: Ja, er wird einfach immer Teil meines Lebens sein und das stört mich auch nicht, wenn mich die Leute mit Falco verbinden. Dennoch habe ich natürlich auch meine eigene Identität. Ich erinnere mich gerne an die Zeiten mit Hans, blicke aber sonst vor allem nach vorne.

Sie arbeiten als Model, vor allem aber nun auch selbst als Musikerin...
PERRON: Ja, ab und zu stehe ich noch als Model vor der Kamera – so wie jetzt im Rahmen der Präsentation dieser VW Golf-Sonderedition. Aber sonst konzentriere ich mich auf meine Musik. Ich arbeite gerade an einer französischen Single, die bald erscheint. Das Video mache ich komplett selbst, im Cartoon-Stil. Und im September kommt ein englischer Song in einem ganz anderen Genre.

Wie viel Falco steckt in Ihrer Musik?
PERRON: Es sind eher Erinnerungen und Erfahrungen, die mich bei der Arbeit begleiten. Aber wenn ich schreibe, konzentriere ich mich auf meine eigenen Gefühle. Nach dem Tod von Hans habe ich traurige Songs geschrieben, heute schreibe ich eher glückliche Musik.

Weil Sie heute wieder glücklich sind?
PERRON: Ja, sehr! Ich lebe jetzt in Wien – zuvor war ich viel in der Welt unterwegs, aber ich bin dann draufgekommen, dass ich mich hier sehr zu Hause fühle. Vielleicht liegt das auch an meiner Geschichte mit Hans.

Konnte je wieder ein Mann Ihr Herz berühren, wie es Falco tat?
PERRON: Ja, ich hatte wieder Beziehungen und habe auch jetzt einen tollen Partner. Aber sie sind völlig unterschiedlich – und ich würde das auch nie vergleichen. Ich bin jedenfalls sehr glücklich.

Gibt es etwas, das Sie Hans Hölzel heute gerne sagen würden?

PERRON: Ach, so vieles! Vor allem, dass er nie hätte zweifeln sollen an sich. Er hat so oft mit mir über seine Zweifel an sich selbst gesprochen – dass er es nie wieder ganz an die Spitze schaffen wird. Darunter hat er sehr gelitten. Und heute ist er noch größer als zu seinen Lebzeiten. Und das würde ihm richtig gut gefallen – dass er immer noch gefeiert wird, wie jetzt mit diesem Auto und den riesen Partys, die immer wieder für ihn stattfinden. Ich bin ein sehr spiritueller Mensch und glaube ganz fest daran, dass er es sehr wohl sieht und seinen Frieden gefunden hat.

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