"Hab so gezittert"

Facebook-Femizid: Steirer (28) schockt mit neuen Aussagen

28.05.2026

Nach dem Frauenmord an einer jungen Sekretärin in Kottingbrunn wurden über den tatverdächtigen Steirer - den sie über Facebook kennengelernt hatte - mehrere neue Details bekannt. Unter anderem änderte er einige Aussagen radikal und liefert eine schwer nachvollziehbare Erklärung für die drei Schüsse.

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© Links: So sah sich Verdächtiger Ki-generiert gerne, rechts: die wahre Gestalt von Christian F. (Facebook, TikTok))
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NÖ. Konkret meint der 28-jährige Bau- und Erdaushubunternehmer aus der Südsteiermark, kurzzeitig vertreten von einem neuen Anwalt - dem bekannten Wiener Strafverteidiger Florian Höllwarth, schließlich doch wieder von Astrid Wagner -, dass er damals aus Wut und Kränkung bei einem Streit mit der 27-jährigen Katharina E. "so gezittert" habe, dass sich bei der Kleinkaliberwaffe gleich drei Schüsse lösten (wohlgemerkt, das sind seine Aussagen und noch lange keine bewiesene Erklärung bzw. gar eine Herabwürdigung des bedauernswerten Opfers). Dabei trat laut Obduktion ein Projektil in den Kopf der Frau ein, die beiden anderen dürften sie verfehlt haben. Ein ballistischer Gutachter wurde jedenfalls bestellt, der herausfinden soll, ob es tatsächlich möglich ist, dass bei einer Sportpistole durch einen "nervösen Finger" drei Schüsse einfach so losgehen können.

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Todesschütze führte Waffe illegal mit sich

Faktum ist allerdings, dass Christian F. (für den die Unschuldsvermutung gilt) die Sekretärin einer Wiener Volksschule mit der Pistole bedroht haben muss und dass er bei dem Streit in ihrer Wohnung in Kottingbrunn nicht sofort völlig die Kontrolle verlor, sondern zuerst nach Hause in die Steiermark fuhr, um die Waffe zu holen, die er hernach illegal mit sich führte. Denn der 28-jährige Social-Media-Blender, der sich auf Facebook und TikTok neuerdings fast nur noch mit KI-veränderten Protz-Fotos präsentierte, hatte keinen Waffenpass, sondern als Sportschütze nur eine Waffenbesitzkarte (WBK). Anmerkung: Die WBK berechtigt zwar zum Erwerb und Besitz, jedoch nicht zum Bei-sich-Tragen von genehmigungspflichtigen Schusswaffen in der Öffentlichkeit. Mit seinem Motorrad und der Pistole fuhr er dann zurück nach Kottingbrunn, wo es in der Nacht zu Christi Himmelfahrt zu dem blutigen Femizid kam.

 

Die Ermittlungsakte zum Mord an Katharina E. füllt mittlerweile - demnächst ist die zweite U-Haft-Verhandlung - 400 Seiten, durch die sich sein neuer Anwalt Florian Höllwarth erst durchackern muss. Von einer "tiefen Kränkung, weil sie ihn als schlechten One-Night-Stand beschimpft haben soll, ist dort nirgendwo mehr die Rede. Jetzt erklärt der 28-Jährige die Kränkung und die explodierenden Gefühle - ebenso schwer nachvollziehbar - damit, dass die Niederösterreicherin, die er über Facebook kennengelernt hatte, viel "zu schnell heiraten und Kinder bekommen wollte". Bei einem Streitgespräch darüber sollen dann von ihr extrem beleidigende Worte gefallen sein, die wir hier nicht wiedergeben wollen, da sie nicht bewiesen sind und wohl auch nie zu beweisen sein werden. 

Neuesten Infos aus der Community der Tochter einer kroatischen Familie zufolge soll es im Vorfeld der "Beziehung" zwischen den beiden noch zu gar keinen körperlichen Annäherungen gekommen sein. Bei einem Treffen am 1. Mai in Graz soll sie danach allein in einem Hotel genächtigt haben. Möglich, dass sie ihn auch in der Nacht zu Christi Himmelfahrt wohl zu Hause empfangen, aber abgewiesen hat, worauf aus Frust und Wut völlig eskaliert ist. 

Wahrheit und Motiv herauszufinden, ist jetzt Sache der Justiz.