Gefahr weiter hoch
Lawinen-Horror: 12 Tote in nur einer Woche
23.02.2026Die Lawinengefahr bleibt in Westösterreich zum Wochenstart hoch.
Vielerorts herrschte am Montag nach wie vor Lawinenwarnstufe vier von fünf, abseits der Pisten sei die Situation weiterhin gefährlich, mahnten die Lawinenwarndienste in Tirol und Vorarlberg. Seit Freitag sind in Österreich durch Lawinen sieben Menschen getötet worden, davon fünf in Tirol. Zahlreiche Personen wurden verletzt. In Tirol und Vorarlberg galt noch landesweiter AT-Alarm.
- Weiter hohe Lawinen-Warnstufe, schon 7 Tote, sogar AT-Alarme
- Lawinengefahr: AT-Alert jetzt auch in Vorarlberg
Lawinen könnten in allen Expositionen von einzelnen Wintersportlern ausgelöst werden, dies auch als Fernauslösung aus flachen Bereichen. Die Gefahrenlage nehme mit der Höhe zu. "Für Aktivitäten abseits gesicherter Bereiche sind die Verhältnisse sehr gefährlich", hieß es im Vorarlberger Warnbericht. Vereinzelt seien sehr große Spontanlawinen möglich, die bis in tiefere Lagen vorstoßen könnten. Durch die Neuschneemengen zu Ende der Woche sowie Windverfrachtungen sei die Schneedecke weiter sehr instabil. Viele große und sehr große Lawinenabgänge und Auslösungen durch Wintersportler bestätigten die Störanfälligkeit der Schneedecke. In den nächsten Tagen soll die Lawinengefahr allmählich zurückgehen, "wobei die Situation für Wintersportler sehr heikel bleibt", so die Warnung.
Auch weitere große Gefahr in Tirol
Auch in Tirol sprachen die Experten von entstandenen Triebschneeansammlungen, die an allen Expositionen störanfällig blieben. Die Gefahrenstellen seien zahlreich, besonders im Bereich der Waldgrenze sowie oberhalb der Waldgrenze. Sehr vereinzelte spontane Lawinen seien weiterhin nicht ganz ausgeschlossen. Zudem wären viele kleine und vereinzelt mittlere Nass- und Gleitschneelawinen möglich. Dies besonders an Böschungen und Grashängen unterhalb von rund 1.800 Metern. Auch in Tirol wurde ein tendenzieller Rückgang der Lawinengefahr in den kommenden Tagen prognostiziert.
In den vergangenen Tagen fielen im Bundesland 40 bis 80 Zentimeter Schnee. Bis in mittlere Lagen gab es Regen. Zuletzt ließen die Niederschläge nach oder hörten auf. Die am Sonntag erneut an Mobiltelefone ergangene AT-Alert-Warnnachricht "Gefahreninformation" galt indes noch bis zum frühen Nachmittag.
Zwölf Lawinentote seit 15. Februar, davon neun in Tirol
Waren es seit Freitag sieben Lawinentote in Österreich, so kamen seit dem 15. Februar bis inklusive Sonntag zwölf Wintersportler durch Schneebretter ums Leben. Der überwiegende Teil, nämlich neun, betraf auch hier Tirol. Während im Tourenbereich "nur" ein Todesopfer zu beklagen war, gab es im Variantenbereich, also im Nahbereich von Skipisten, elf Tote, wies das in Innsbruck beheimatete Kuratorium für alpine Sicherheit (ÖKAS) hin.
Auch Untersuchungen würden einen Trend hin zu Unfällen im Variantenbereich zeigen. Es erscheine offenkundig, dass Variantenskifahrer mangelndes Wissen und Erfahrung besitzen. Außerdem dürfte mangelnde Einsicht eine zunehmende Rolle spielen, hieß es. Anders sei es nicht zu erklären, dass trotz Warnungen viele Skifahrer abseits der gesicherten Pisten unterwegs waren.