Schnee-Chaos

Lawinenabgang in Tirol forderte einen Toten

20.02.2026

In Tirol gibt es einen weiteren Lawinentoten zu beklagen: In Nauders im Bezirk Landeck wurde ein deutscher Skifahrer im freien Skiraum von einem Schneebrett mitgerissen und verschüttet.  

Zur Vollversion des Artikels
 
Zur Vollversion des Artikels

Für den Mann kam jede Hilfe zu spät, sagte ein Polizeisprecher zur APA. Sein 16-jähriger Sohn wurde schwer verletzt. In Alpbach im Bezirk Kufstein wiederum wurde eine verschüttete Person reanimiert und schwerstverletzt ins Spital geflogen. Zwei weitere Verschüttete befreiten sich selbst.

Bei dem Lawinenabgang in Nauders waren Vater und Sohn von einer Piste in den freien Skiraum gefahren. Dort wurden sie von einem großen Schneebrett mitgerissen. Der Notarzthubschrauber Robin 3 und die Bergrettung Nauders standen im Einsatz.

Darüber hinaus kam es am Freitag zu zahlreichen weiteren Lawinenabgängen im freien Skiraum im Bundesland, bei denen einige weitere Wintersportler verschüttet und verletzt wurden. So wurde etwa sowohl in Fügenberg als auch in Aschau im Zillertal jeweils ein Wintersportler verschüttet. In ersterem Fall wurde die Person verletzt, in zweiterem konnte der Skifahrer sich selbstständig ins Tal begeben.

Lawine im Paznauntal

Großalarm gab es unterdessen in Kappl im Tiroler Paznauntal. Eine Lawine erfasste ersten Informationen zufolge zwischen sechs und acht Skifahrer. Ein Teilverschütteter wurde verletzt geborgen, hieß es von der Leitstelle zur APA. Die anderen Wintersportler sollen unverletzt geblieben sein. Jedoch wurde inzwischen eine Suche nach vier möglichen weiteren Verschütteten eingeleitet.

Auch im freien Skiraum nördlich der 12er Sportiv-Piste in Fiss im Bezirk Landeck kam es zu einem Lawinenabgang. Es wurde eine Suche nach möglichen Verschütteten eingeleitet. Diese verlief aber ergebnislos, somit konnte die Suchaktion beendet werden, sagte ein Sprecher der dortigen Bergbahnen zur APA. Die gesicherte Piste war nicht betroffen.

Lawine erfasste Bus - Keine Verletzten

Großes Glück hatten indes Freitagfrüh zwölf Insassen eines Busses in Bach im Tiroler Bezirk Reutte. Gegen 5.00 Uhr ging eine Lawine auf die Lechtalstraße (B198) nieder, erfasste den Bus und schob ihn von der Straße ab. Verletzt wurde niemand, sagte ein Polizeisprecher zur APA. Es soll sich laut Medienberichten um einen Firmenbus mit Mitarbeitern gehandelt haben. Im Einsatz standen die Bergrettung Elbigenalp - sie sondierte den Lawinenkegel - sowie Polizei und Straßenmeisterei. Eine lokale Umleitung wurde eingerichtet.

In großen Teilen des Bundeslandes herrschte vor allem in höheren Lagen weiter Lawinengefahrenstufe 4, also große Gefahr. Mit Neuschnee und starkem Westwind entstanden Triebschneeansammlungen, die an allen Expositionen oberhalb der Waldgrenze sehr störanfällig waren. Schneebretter könnten teilweise in tiefe Schichten durchreißen und groß werden, wurde gewarnt.

Zwei Lawinentote in vergangenen Tagen

Land und Lawinenwarndienst appellierten zudem eindringlich an Wintersportler, von Touren und Fahrten im freien Skiraum abzusehen. In den vergangenen Tagen waren zwei Lawinentote zu beklagen und zahlreiche Einsätze zu verzeichnen gewesen.