Traiskirchen

Massenschlägerei im Flüchtlingslager

12.10.2009

Asylwerber aus Afghanistan und Georgien gingen aufeinander los.

Zur Vollversion des Artikels
© APA
Zur Vollversion des Artikels

Zu einer Massenschlägerei ist es vorgestern, Samstag, Abend im Flüchtlingslager Traiskirchen (Bezirk Baden) gekommen. Etwa 40 Asylwerber aus Afghanistan und Georgien waren sich in die Haare geraten - laut NÖ Sicherheitsdirektor Franz Prucher aus einem nichtigen Anlass.

Insgesamt gab es zwei Auseinandersetzungen, acht Verletzte wurden ambulant behandelt. Ein weiterer Mann, ein Georgier, brach sich den Knöchel - er dürfte aus dem Fenster gesprungen sein. Warum, sei derzeit noch Gegenstand von Ermittlungen, sagte Franz Wendler, Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung der NÖ Sicherheitsdirektion.

Afghanen fühlten sich provoziert
Laut Wendler hatten sich knapp nach 22.00 Uhr afghanische Asylwerber durch einen über ihrer Unterkunft untergebrachten Georgier provoziert gefühlt. In der Folge entwickelte sich eine Schlägerei, bei der die Gruppen mit diversen Gegenständen wie Besenstielen und Sesselbeinen aufeinander losgingen. Der Alarmierungsplan trat in Kraft, acht Streifen wurden entsandt.

In der Folge wurde die Situation beruhigt, allerdings kam es gegen 2.30 Uhr erneut zu einer Eskalation. Diesmal waren rund 70 Personen in den Streit involviert, sagte Wendler. 16 Polizeistreifen sorgten für Ordnung.

"Rädelsführer im klassischen Sinn" seien nicht ausfindig gemacht worden. Die Asylverfahren der "Akteure" der Schlägerei sollen nun zügig abgewickelt werden, um allenfalls entsprechende fremdenpolizeiliche Maßnahmen zu setzen.

"Kriegszustände"
FP-NÖ-Klubobmann Gottfried Waldhäusl sprach von "Kriegszuständen" in Traiskirchen, die "nicht mehr tragbar" seien. Die öffentliche Sicherheit sei gefährdet, die Bundesbetreuungsstelle könne so - "offen" - nicht mehr weitergeführt werden.

Waldhäusl kritisierte weiters, dass die Öffentlichkeit seitens der Polizei bis dato nicht über den Vorfall informiert worden sei. Das begründete Wendler mit kriminaltaktischen Gründen: Man habe erhoben, ob ein tiefgreifender Nationalitätenkonflikt hinter dem Vorfall stehen könnte, was aber nicht der Fall sei.

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel