Starker Bike-Start
Intersport stemmt sich gegen rückläufigen Branchentrend
17.03.2026Intersport-Chef erwartet, dass die Konsolidierungsphase in der Sportbranche weitergeht.
Wels. Intersport ist im vergangenen Jahr in einem rückläufigen Markt gewachsen und hat auch das erste Geschäftshalbjahr 2025/26 (Oktober bis März) in Österreich mit einem Umsatzplus von 7 Prozent abgeschlossen. Profitiert hat der Händler neben günstigen Wetterbedingungen auch von den Unruhen bei Hervis, räumte Intersport-Austria-Chef Franz Koll ein. Die Übernahme von "dem einen oder anderen Standort" schließt Koll nicht aus, wenngleich man mit 280 Standorten gut aufgestellt sei.
"Ehrlich gesagt profitieren wir derzeit schon von der Hervis-Übernahme", sagte Koll am Dienstag beim Halbjahrespressegespräch. Der Handelskonzern Spar hat seine defizitäre Sporthandelskette Hervis im Jänner an den Snipes-Gründer Sven Voth verkauft. Seither wird bei Hervis jeder Stein umgedreht. Man muss von der Schließung einzelner, nicht rentabler Standorte ausgehen, hieß es zuletzt.
Sporthandel in Österreich konsolidiert sich
Der österreichische Sporthandel konsolidiert sich nun bereits seit einigen Jahren. Unternehmen wie die norwegische Sporthandelskette XXL haben sich zurückgezogen, andere wie Sports Direct ihre Standortzahl massiv abgespeckt. Koll erwartet, dass diese Konsolidierung weitergeht.
Intersport könne in diesem Umfeld eine sehr positive Bilanz ziehen. Gute Wetter- und Schneeverhältnisse hätten im ersten Geschäftshalbjahr für zweistellige Zuwächse bei Skiern, Skischuhen sowie Helmen und Textilwaren gesorgt. Auch das Verleihgeschäft, das 15 Prozent am Winterumsatz ausmacht, sei zweistellig gewachsen.
Rückläufig habe sich dagegen der Tourenski- sowie Langlaufbereich entwickelt. "Das liegt an den Schneebedingungen in den Niederungen", so Koll.
Frühlingsgeschäft gestartet
Im Radgeschäft sei der Frühling mit einer hohen Nachfrage gestartet. "Allein letzte Woche hatten wir ein Plus von 42 Prozent bei Rädern", sagte Koll. Serviceleistungen wie Sattelanpassung, Radvermessung, Versicherungsschutz und verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten würden hier immer wichtiger werden. E-Bikes seien immer noch gut nachgefragt, wenngleich das Niveau hier schon sehr hoch sei, räumte der Österreich-Chef der Sporthandelskette ein.
In Wellen entwickle sich das Outdoorsegment. "Jetzt wächst es wieder. Urban Style wächst", so Koll. Also Funktionskleidung und -schuhe, die sowohl in der Freizeit als auch am Berg getragen werden.
Closing für Slowenien-Übernahme demnächst
Intersport Austria mit Zentrale in Wels hat im Jänner bekanntgegeben, die Intersport-Slowenien-Gruppe zu übernehmen. Mit dem Zukauf wächst die Intersport-Austria-Gruppe auf mehr als 500 Standorte in 12 Ländern mit über 5.000 Beschäftigten, der Außenumsatz steigt damit auf rund 1 Mrd. Euro. "Letzte Woche haben wir alle kartellrechtlichen Genehmigungen erhalten", sagte Koll auf Nachfrage. Man stehe unmittelbar vor dem Closing, das Koll noch im März erwartet.