Intensivstationen wegen Corona wieder

Operation für Kind zum 3. Mal verschoben

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Die Situation in den Spitälern ist angespannt. Das spüren jetzt die normalen Patienten.
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Wien. Mit Stand gestern entfielen laut AGES 10 Prozent (oder 217) der belegten Intensivbetten in Österreich auf Corona-Patienten, 50 Prozent auf Nicht-Corona-Patienten (1.044) und 40 Prozent (oder 846 Betten) waren nicht belegt. Diese Auslastungszahlen führen in Wien bereits dazu, dass erste Operationen und Behandlungen verschoben werden müssen. In den sozialen Medien machen Patienten ihrem Ärger über die Situation Luft:

Krebspatientin. „Nachdem ich gestern aufgenommen wurde, zur nächsten Chemo im Hanusch, alles ausgepackt und das Zimmer dekoriert habe, muss ich heute packen und in ein Zweibettzimmer übersiedeln, weil in den Schleusenzimmern ab nächster Woche Covid-Patienten liegen. Wenn ich Covid bekomme, kann ich nach drei Wochen heim, obwohl ich dann noch in der Aplasie sein werde“, postet Krebspatientin L. auf Facebook. „Ich hasse alle, die auf Impfen und FFP2-Maskentragen sch******. Wir, denen es jetzt so geht, werden totgeschwiegen. Uns gibt es nicht.“

Mutter mit Wut-Posting an die Impf-Verweigerer

Kind. Auch eine Mutter twittert wütend und verzweifelt: „Ich zünde bald was an! OP meiner Tochter wird ein drittes Mal verschoben, weil auch Kinder-Intensivbetten freigehalten werden müssen. Seit zwei Wochen werden OPs verschoben. Laut Arzt wird von der Politik gewünscht, dass das noch nicht kolportiert wird, bis die OÖ-Wahl vorbei ist“, twittert sie und richtet Impfgegnern aus: „Lieber Impfverweigerer … wo soll ich anfangen … wenn ich noch einmal höre, ich bin eh g’sund, ich brauch ka Impfung, dann möget ihr bitte zu Hause verrecken und Spitäler auslassen. [...] Ihr tragt Mitschuld, dass die Kinder durchseucht werden.“

Intensivmediziner. „Wir haben in den Spitälern die Kollateralschäden der mangelnden Impfquote, die der Grund für die stark ansteigenden Zahlen von Covid-Intensivpatienten ist“, warnt Walter Hasibeder, Präsident der Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI).

Als Beispiel für Kollateralschäden nannte Hasib­eder etwa Patienten mit schwerer Gelenksarthrose, die länger auf einen Eingriff warten, oder auch Patienten, die nach einem Unfall eingeliefert werden. Für sie stünden weniger Ressourcen bereit. Auf den Intensivstationen seien zudem Covid-Patienten mit beeinträchtigtem Immunsystem, zum Beispiel onkologische Patienten, die trotz Impfung angesteckt wurden – auch sie seien Opfer einer zu geringen Impfquote, kritisiert der Intensivmediziner und sieht die Politik gefordert.