12.000 Euro-Vogel

Prozess um gichtkranken Kakadu

20.06.2010

Ein skurriler Streit um einen schief fliegenden Vogel soll vor Gericht entschieden werden: Der Kakadu soll seine Flugkünste demonstrieren.

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© Peters
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Herr Peters versteht die Welt nicht mehr: War er doch extra nach Norddeutschland gefahren, um seine Kakadus zu tauschen. Und hatte der 71-jährige Villacher die Tiere doch extra in einer Volière vorfliegen lassen, um ihre Flugfähigkeit zu demonstrieren. Zur Zufriedenheit eines dänischen Interessenten, „das hat dieser eidesstattlich erklärt“.

Selten & teuer
Und jetzt das: Der Däne, der Günther Peters im Tausch für sein ausgewachsenes Banks-Rabenkakadu-Pärchen, zwei Junge gab, hat den Kärntner verklagt. Weil eines der Tiere – der 13 Jahre alte Hahn – lahmen soll: Der Vogel fliegt schief. Vorbesitzer Peters: „Der Herr sagt, der Vogel hat Gicht.“

Ein Grund zu klagen?
Für den neuen Besitzer: Ja. Denn die australische Kakadu-Art ist, so Liebhaber Peters, „der Ferrari unter den Vögeln.“ In Österreich gebe es nur drei Paare: Zwei in seinem Besitz. Und eines im Tiergarten Schönbrunn. „Ja, die kosten was“, weiß auch Emanuel Zupanc vom Kärntner Vogelpark Turnersee.

Streitwert 12.000 Euro
Im konkreten Fall 12.000 Euro: Diesen Wert gibt der Däne für den gichtkranken Kakadu an, der für Zuchtzwecke ungeeignet sei. Und diese Summe will er nun von Günther Peters zurückholen. Der ihm die Krankheit 2007 beim Tausch verschwiegen habe, prangert er an.

Seit zwei Jahren schwelt deshalb ein Gerichtsstreit, doch ohne Urteil: Denn naturgemäß gibt Vogelzüchter Peters nicht klein bei. „Das Tier war gesund. Vor dem Tausch hat ein Tierarzt es untersucht, inklusive Endoskopie“, sagt der 71-Jährige im Gespräch mit ÖSTERREICH. Die Gicht müsse vom Futter beim neuen Besitzer herrühren.

Demonstration
Beim nächsten Gerichtstermin Anfang Juli will es der Richter nun genau wissen. Er hat angeordnet: Der Kakadu soll in der Klagenfurter Messehalle vorfliegen, Experten sollen über Schieflage und Gicht entscheiden. Herr Peters ist entsetzt: „Wenn der dort losgelassen wird, bekommt man ihn nie wieder zu fassen!“ ÖSTERREICH wird berichten.

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