Wonnemonat Mai

Wetter spielt total verrückt

© Roland Muehlanger

Es ist verrückt: Mitten im Mai feierte der Winter ein Comeback. Schnee, Regen, Überschwemmungen und Sturm halten das Land in Atem. Ein Feuerwehrmann starb im Einsatz.

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Zehn Zentimeter Neuschnee in Obertauern, Kettenpflicht auf der Arlberg-Passstraße, Sturmböen bis 100 km/h und Dauerregen im Osten: Das Sauwetter will in Österreich kein Ende nehmen. Eigentlich hat der Frühling schon vor acht Wochen begonnen, doch jetzt packen alle wieder ihre Daunenjacken aus. Die Zahlen belegen: Es ist um fast fünf Grad kälter als im langjährigen Durchschnitt.

„Es schneit seit Samstag Mittag durch“, berichtet Christian Lürzer, Hotelier in Obertauern (Salzburg). Zehn Zentimeter fielen dort – mitten im Mai. Auch am Arlberg gab es zehn Zentimeter Neuschnee: „Auf der Straße von Stuben auf den Arlberg ist Schneefahrbahn“, schildert Hotelier Günter Pfefferkorn die Lage im noblen Wintersportort Lech. Ganz ähnlich die Situation in Flachau, der Tiroler Axamer Lizum und in Kitzbühel, wo überall fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee zusammengekommen sind.

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Neuer Hochwasser-Alarm im Osten Österreichs
Im Osten wurden am Wochenende Erinnerungen an den Rekord-Regen vom vergangen Donnerstag wach. Der Wienfluss verwandelte sich in einen reißenden Strom und führte Hochwasser. Der Wasserstand der March war so hoch, dass die niederösterreichisch-slowakischen Grenzübergänge geschlossen werden mussten und der Fährverkehr eingestellt wurde. In der Steiermark waren die Feuerwehren im Dauereinsatz, um umgestürzte Bäume zu entfernen und Dächer zu sichern. Im Wechselgebiet kam ein Feuerwehrmann bei den Aufräumarbeiten ums Leben. Er wurde von einem 13 Tonnen schweren Einsatzfahrzeug überrolt.

Die Schanigartenbesitzer weinen aufgrund des anhaltenden Schlechtwetters. Karl Kolarik vom Schweizerhaus im Wiener Prater: „Wir werden im Mai rund 20 Prozent unseres Umsatzes verlieren.“ Jetzt wird es auch für die Ernteerträge dieses Jahres kritisch. Überall dort, wo die Obstbäume noch blühen, hat das schlechte Wetter extrem negative Auswirkungen. Die Bienen fliegen viel weniger, das bedeutet weniger Befruchtung und im Herbst weniger Ernte.