Trickserei mit Messstellen
Fiaker-Skandal: Trotz 35,8 Grad NICHT hitzefrei
Innere Stadt. Die ganze Stadt litt am Sonntag unter der brütenden Hitze – eigentlich ein Klassiker dafür, dass endlich der Hitzefrei-Paragraf für die Fiaker in Kraft tritt. Ab einer Temperatur von 35 Grad Celsius heißt es für die Kutscher: „Stellt’s meine Ross’ in Stall“, wie es im Wienerlied so schön heißt.
Messstelle liegt hoch oben und im Schatten
Der Trick. Allein: Trotz heftiger Tierschützerproteste gilt nicht die reale Temperatur an den Standplätzen. Dafür wurde von den rot-grünen Vorgängern von Tierschutz-Stadtrat Jürgen Czernohorszky eine besondere Bestimmung ins Gesetz geschrieben: Es wird an der Messstelle der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik gemessen – und die liegt, vom Wind gut gekühlt und im Schatten am Dach eines Hochhauses in der Operngasse.
Dort hatte es um 15 Uhr nur 32,4 Grad – die Fiaker müssen „dank“ der damaligen rot-grünen „Tierschützer“ weiter in der Hitze am Stephansplatz darben,
Der Beweis. Fiaker-Experte Georg Prinz vom Verein gegen Tierfabriken schritt deshalb am Sonntag um 15.18 Uhr zur Eigen-Messung direkt am Stephansplatz – es hatte am Standplatz 35,8 Grad. Der finale Beweis, dass das Fiaker-Schutzgesetz ein Schmäh ist.
Prinz erklärt: „Die City wird zum Backofen, das Pflaster strahlt die Hitze ab. Wer seine Tiere liebt, setzt sie dem nicht aus. Jetzt ist der neue Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky gefordert.“