Hahn-Nachfolge

Beatrix Karl soll Ministerin werden

27.10.2009

Der Hahn-Wechsel nach Brüssel treibt das Postenkarussell an.

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© ÖVP
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Johannes Hahn wird wohl erst zu Jahreswechsel nach Brüssel gehen – ÖVP-Chef Josef Pröll will erst im Dezember über seine Nachfolge im Wissenschaftsressort entscheiden. Doch schon jetzt zeichnet sich eine Favoritin ab: ÖAAB-Generalin Beatrix Karl (41).

Aufstieg des Jahres
Es wäre der Aufstieg des Jahres: Karl wurde erst im Sommer vom neuen ÖAAB-Chef Michael Spindelegger als Generalsekretärin des VP-Arbeitnehmerbundes und damit als Nachfolgerin des Steirers Werner Amon geholt. Die Uni-Professorin aus Graz kommt wie Hahn aus dem Arbeitnehmerbund, ihre Kür würde also das sensible ÖVP-Machtgefüge nicht stören. Und: Als Jus-Professorin (Arbeits-, Sozial- und Europarecht) ist Karl in der Uni-Szene seit Jahren unterwegs. Karl war am Dienstag für ÖSTERREICH allerdings nicht erreichbar.

Zwei weitere Kandidatinnen
Neben Karl galt schon lange die derzeitige Volksanwältin Gertrude Brinek als ministrabel, sie soll parteiintern allerdings schon abgewunken haben, weil sie sich im Volksanwaltsjob sehr wohl fühlt. Sie fällt also aus. Mehr Chancen hat die Wiener Parlamentarierin Katharina Cortolezis-Schlager, die sich immer wieder in Bildungsfragen engagiert. Cortolezis wurde bei der Kür zur Wissenschaftssprecherin aber übergangen, außerdem hat sie kaum Rückhalt in der Wiener Partei. Somit wäre die Kür der steirischen Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder wahrscheinlicher.

Christine Marek soll nach Wien
Die Lücke, die Hahn in Wien hinterlässt, soll laut einhelligem Wunsch der Wiener VP von Familienstaatssekretärin Christine Marek gefüllt werden. Sie soll als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf ziehen. Nur: Marek will nicht. „Ich bin fest in der ÖVP-Wien verankert, mache aber meinen Job in der Bundesregierung mit viel Freude. Die Frage eines Wechsels nach Wien stellt sich nicht“, ließ sie ausrichten Allerdings: Es spricht viel dafür, dass Pröll Marek in Wien haben will. Einem Machtwort des Parteichefs dürfte sie sich nicht entziehen können.

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