Urteil ist da

Ex-Spitzenbeamter Peterlik von Amtsmissbrauchsvorwurf freigesprochen

22.04.2026

Amtsmissbrauch und Verletzung der Geheimhaltungspflicht inkriminiert. Vorwurf, als "geheim" klassifizierten Bericht zu Giftanschlag in Salisbury abgefragt und weitergegeben zu haben. 

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© Fuhrich
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Der Prozess wegen Amtsmissbrauchs und Verletzung der Geheimhaltungspflicht gegen den Ex-Generalsekretär in Karin Kneissls (FPÖ) Außenministerium hat am Mittwoch mit einem glatten Freispruch für Johannes Peterlik geendet. "Ich möchte betonen, dass das kein Freispruch im Zweifel ist. Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass Sie kein strafbares Verhalten gesetzt haben", betonte die Richterin. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Nervengift Nowitschok 

Peterlik, der unter der von der FPÖ nominierten Außenministerin Kneissl zum Generalsekretär aufgestiegen war, wurde vorgeworfen, den als geheim klassifizierten Bericht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zu einem Giftanschlag im Jahr 2018 im britischen Salisbury, der auch die Formel des Nervengifts Nowitschok zum Inhalt hatte, ohne dienstliche Erfordernis angefordert zu haben. Die Nowitschok-Formel landete schließlich bei Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek, der mittlerweile für den russischen Inlandsgeheimdienst FSB tätig sein dürfte.

Eine Schiene von Peterlik zu Marsalek ist nicht belegbar. Den Anklägern zufolge soll Peterlik im Oktober 2018 aber Ex-BVT-Chefinspektor Egisto Ott mehrere OPCW-Dokumente zu den Nowitschok-Vorfällen gezeigt und diesen abfilmen haben lassen. 

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