VdB gegen Hofer

Frauen als Geheimwaffen

23.11.2016

Nach Hofer präsentiert auch Van der Bellen seine bessere Hälfte der Öffentlichkeit.

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© Screenshot/Facebook
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Zehn Tage vor der Entscheidung im Hofburgwahlkampf werfen die beiden Kandidaten alles in die Schlacht. Alexander Van der Bellen brach am Mittwoch sogar mit einem selbst gesetzten Tabu: Er veröffentlichte ein Video mit Ehefrau Doris Schmidauer als Protagonistin. Bislang hat sich die zweite Gattin des grünen Professors bewusst im Hintergrund gehalten, jetzt geht sie für ihren Mann erstmals an die Öffentlichkeit.

Schmidauer betont ländliche Herkunft

Spot

In dem Video, das ganz im Stil früherer VdB-Spots gehalten ist, beschreibt Schmidauer ihren Mann als jemanden, der „gut zuhören“ könne und nichts verspreche, was er nicht zu halten gedenkt. Die ländliche Herkunft der möglichen First Lady (Peuerbach im oberösterreichischen Hausruckviertel) wird besonders betont, möchte VdB doch ebendort noch bis zur Wahl mobilisieren.



Schmidauers wenig überraschendes Fazit: „Meine Stimme hat er. Und das sage ich Ihnen jetzt nicht nur als Ehefrau, sondern, weil ich der festen Überzeugung bin, dass er der richtige Mann für das Amt des Bundespräsidenten ist“, so die Geschäftsführerin des grünen Klubs.

Wie Trump: Hofer bringt Familie ins Rampenlicht

Privat

Was VdB-Fans überrascht, ist bei Norbert Hofer längst üblich. Der FPÖ-Kandidat brachte seine Familie von Anfang an prominent ins Bild. oe24.TV gewährte er bei einer Homestory sogar Einblicke in sein Heim im burgenländischen Pinkafeld, inklusive Geschichten über das Liebesleben von Tochter Anni (12).

Experte: Trend zu mehr Privatem in der Politik

Kritisch

Politikexperte Thomas Hofer erkennt hier eine „klare Ausweitung der Wahlkampfzone in Richtung Privatleben“. Ein Trend, den er kritisch sieht: „Das gilt für beide – wer sich im Wahlkampf als Person inszeniert, lädt die Gegenseite dazu ein, das Hergezeigte zu attackieren.“ So habe man VdB ja bereits unterstellt, nur wegen der Wahl geheiratet zu haben.

(fis)

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