Wehrpflicht wackelt

Heer: Kippt jetzt Wehrpflicht?

13.08.2010

Aussetzung wie in Deutschland - Darabos wehrt sich noch dagegen.

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Der deutsche Verteidigungsministers Karl Theodor zu Guttenberg will die Wehrpflicht aussetzen und als Freiwilligen-Dienst anbieten. Das ruft auch heimische Kritiker wieder auf den Plan: Der grüne Wehrsprecher Peter Pilz rät SP-Verteidigungsminister Norbert Darabos, „das deutsche Beispiel ernst zu nehmen“. Er will die Wehrpflicht noch heuer aussetzen und bleibt bei seiner Forderung nach einem schlanken Berufsheer. Und: „Wenn Österreich weiterhin eine Insel der sicherheitspolitischen Unvernunft bleibt, kommt ein Volksbegehren zur Abschaffung.“

„De facto Berufsheer“. Für den Heeres-Experten Gerald Karner ist das deutsche Modell „de facto ein Berufsheer, weil eine Wehrpflicht mit Freiwilligen keinen Sinn mehr macht.“ Und: „Punktuell wäre das auch eine Lösung für Österreich.“ Allerdings müsse man den Freiwilligen-Dienst dann auch attraktiver gestalten, etwa durch die freie Wahl bei der Ausbildungs-Richtung.

Darabos bleibt hart. Verteidigungsminister Darabos will sich weder zum deutschen Vorstoß noch zur Kritik äußern. „Wir bleiben bei unserm Standpunkt“, heißt es aus seinem Büro. Heißt: Die Wehrpflicht bleibt, denn ein Berufsheer käme zu teuer und der Katastrophenschutz könnte nicht garantiert werden.

ÖSTERREICH: Soll das Bundesheer auf Freiwillige setzen?
Gerald Karner: Das wäre sicher auch eine punktuelle Lösung für Österreich.
ÖSTERREICH: Gäbe es genügend Freiwillige?
Karner: Man muss sich überlegen, wie der Dienst attraktiver wird, etwa durch Spielraum bei Ausbildungswünschen.
ÖSTERREICH: Darabos sagt, ein Berufsheer sei zu teuer.
Karner: Ich weiß nicht, von welcher Größe der Verteidigungsminister ausgeht. Ernsthaft hat er sich damit wohl noch nicht beschäftigt. Das sind eher Reflexe.

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