ZIB2-Interview
IHS-Boss mit Schock-Ansage für die Wirtschaft: "Es kann noch schlimmer kommen"
10.04.2026Der Iran-Krieg und die stark gestiegenen Energiepreise bremsen die wirtschaftliche Erholung Österreichs. IHS-Boss Holger Bonin stand in der ZIB2 Rede und Antwort.
Die Wirtschaftsforscher von Wifo und IHS senken ihre Konjunkturprognose für 2026 deutlich.
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Die Inflation
Ging man im Dezember noch von einem Wirtschaftswachstum von 1,2 (Wifo) bzw. 1,0 Prozent (IHS) aus, wird nun ein Plus von 0,9 bzw. 0,5 Prozent prognostiziert. Die Inflation soll heuer mit 2,7 bzw. 2,9 Prozent weiter über dem 2-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) liegen.
Heimische Volkswirtschaft
Nach den Rezessionsjahren 2023 und 2024 sollte sich die heimische Volkswirtschaft wieder langsam erholen. Im vergangenen Jahr wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits um 0,6 Prozent. "Mit dem Ausbruch des Iran-Krieges und dem dadurch ausgelösten starken Anstieg der Öl- und Gaspreise haben sich aber die Unsicherheit stark erhöht und die Konjunkturaussichten merklich eingetrübt", schreibt das Institut für Höhere Studien (IHS) in seiner Prognose. Auch das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) stellte fest: "Der Iran-Krieg gefährdet die Konjunkturerholung."
Das sagt der IHS-Chef
Im ZIB2-Interview sagte IHS-Chef Holger Bonin mit Blick auf die wirtschaftliche Situation: "Es kann noch schlimmer kommen." Es sei eine schwierige Situation. Für die Politik, wie für die Prognostiker.
Die Stocker-Formel
Vor allem die Baubranche sei in einer schwierigen Lage, so Bonin. Die Stocker-Formel, bei der 2 % Inflation das Ziel seien, werde man nicht erreichen können, erklärte Bonin. Vor allem gegen die "importierte Inflation" könne man nichts tun.
Die 2 Milliarden Euro Einsparungen des Finanzministers Marterbauer seien "auf Kante genäht", meinte Bonin.