Immer weniger Impfwillige
Impfungen in einem Monat halbiert
Wien. Gestern gab es 364 Neuinfektionen, das ist der höchste Montags-Wert seit Ende Mai. Die Lage ist ernst, die Delta-Variante verbreitet sich rasend schnell. Gleichzeitig lassen sich immer weniger Menschen impfen.
- In der Vorwoche wurden 295.181 Dosen verimpft, im Schnitt 42.169 pro Tag.
- Vergleich: Vor einem Monat wurden 613.055 Injektionen pro Woche verabreicht, im Schnitt 87.579 pro Tag.
- Innerhalb dieses Monats haben sich die Impfungen also halbiert.
Zu wenig
Die Experten sind sich einig: Die Bevölkerung muss zu 85 % durchgeimpft sein, um das Virus zu besiegen. Derzeit sind (gemessen an der Gesamtbevölkerung) aber nur 51,7 % voll geimpft.
Sorge. Vor ein paar Monaten gab es kaum Impfstoff, aber viele Impfwillige. Die sind jetzt alle versorgt, die anderen sind nur schwer in die Impfstraßen zu bekommen. Die Jungen bereiten den Experten große Sorgen. Sie infizieren sich gerade am häufigsten. Von den 15- bis 24-Jährigen sind zwei Drittel nicht voll immunisiert. Unter 15 Jahren sind es 98 %.
„Erwartet“. Aus dem Gesundheitsministerium heißt es, dass eine „leichte“ Abnahme an Impfungen über den Sommer erwartet wurde. Minister Wolfgang Mückstein appelliert an die Bundesländer, „ein möglichst unkompliziertes und niederschwelliges Impfangebot zu schaffen“.
Das wird mit zahlreichen Impf-Aktionen versucht. Einige mit großem Erfolg, manche werden ignoriert. In Wr. Neustadt waren 12.000 unter 30-Jährige aufgerufen, sich impfen zu lassen – nur 660 kamen.
Lager sind voll. Insgesamt wurden 11,9 Mio. Dosen nach Österreich geliefert, 9,7 Mio. davon sind verimpft. Bleiben also mehr als zwei Millionen übrig.
Davon sind viele für den zweiten Stich reserviert. Aber: Das Vakzin von AstraZeneca etwa will kaum wer haben. Diese Dosen werden nun anderen Ländern gespendet, bevor sie ablaufen.