Reaktor an Grenze

Kärnten wehrt sich gegen Berlusconi-Akw

11.12.2009

Rom will ein neues Atomkraftwerk in Oberitalien bauen. In Kärnten regt sich Protest.

Zur Vollversion des Artikels
© APA
Zur Vollversion des Artikels

Kritik an einem geplanten Atomkraftwerk in Oberitalien ist am Freitag von den Kärntner Parteien gekommen. Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi plant die Inbetriebnahme eines Kernreaktors im Raum Venedig bis 2020. Kärnten werde sich "mit allen Mitteln wehren" kündigte etwa Landeshauptmann Gerhard Dörfler (B) an. "Wir wollen keinen Atomreaktor in Kärntens Grenznähe", skandierte ÖVP-Nationalratsabgeordneter Gabriel Obernosterer und der Grünen-Sprecher Holub befürchtete eine "drohende Atomrenaissance".

Baubeginn für 2013 geplant
Das umstrittene Atomkraftwerk soll in Chioggia - ca. 30 km Luftlinie Venedig entfernt - errichtet werden. Der Baubeginn ist für 2013 geplant. "Die gesamte Region ist aufgrund der Erdbebenlinie besonders gefährdet. Zusätzliche Atomkraftwerke würden eine viel zu große Gefahr für die gesamte Region in sich bergen", gab Dörfler in einer Aussendung zu bedenken und forderte die Bundesregierung auf, gegen die Atompläne Italiens aufzutreten.

"Es gibt klare Regeln, an die sich auch Italien halten muss", meinte Obernosterer. Es bestehe ein europaweites Übereinkommen, dass die Pläne für einen neuen Atomreaktor in Grenznähe dem Nachbarstaat vorgelegt werden müssen. "Bis dato ist vonseiten Italiens noch keine Information geflossen, obwohl das Land verpflichtet ist, die Pläne vorzulegen", erklärte der ÖVP-Politiker.

Holub hingegen forderte, dass die Thematik bei der Regierungssitzung am kommenden Dienstag behandelt wird. Er kritisierte, dass der Ausbau des AKW Krsko in Slowenien seit Jahren im Raum stehe und nun in Italien zwei neue Atomkraftwerke geplant seien. "Wie ist es möglich, dass die gesamte Kärntner Landesregierung angesichts dieser akuten Atombedrohung weiter untätig ist?", so Holub.

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel