Ex-Kanzler in Büro
Kurz will ÖVP- Explosion verhindern
Schein und Sein. Vordergründig steht die schwarz-türkise Welt hinter Sebastian Kurz als Parteichef. Als Klubchef wurde er mit 100 Prozent vom VP-Klub gewählt. Aber: Im Hintergrund ist das Rumoren in der ÖVP groß. Von „Buberlpartie“, von „Verhalten wie bei Jörg Haider“, von „Gefahr für die ganze Partei“ und „unsicherem Ausgang“ ist da die Rede.
Noch gibt es tatsächlich keinen Aufstand gegen Kurz. Das hat auch damit zu tun, dass er – gestern hatte er erstmals in seinem neuen Büro in der ÖVP-Zentrale in der Wiener Lichtenfelsgasse eine Strategiesitzung, bevor er zu Terminen entschwand – und seine Vertrauten permanent die Partei durchrufen. Er selbst telefoniert mit Landeshauptleuten. Sein Bundesgeschäftsführer Axel Melchior mit Landesgeschäftsführern, Klubchef August Wöginger mit seinen Kollegen in den Ländern.
»Wenn weitere Justiz-Bomben platzen« …
Druck. Ein Grund, weshalb die Situation nach Razzien, neuen Ermittlungen, Chat-Affäre und Rückzug von der Regierung noch nicht explodiert, hängt freilich auch mit der Ratlosigkeit zusammen. „Wir können uns derzeit keine Neuwahlen leisten“, sagt ein VP-Spitzenmann. Ein anderer ergänzt: „Zur Stunde hätte Kurz als Spitzenkandidat noch die besten Chancen von allen anderen, bei uns die Nummer eins zu verteidigen.“
Aber, und da scheinen sich zunehmend mehr VP-Länder einig, sollten weitere „Justiz-Bomben platzen, ist es aus“. Falls nicht, solle er die „Möglichkeit erhalten, sein Image aufzupolieren“.