Schulreform

Lehrer sind für neue Fünfer-Regel

23.06.2011

Schützenhilfe von der Gewerkschaft für Bildungsreformer Schmied und Amon.

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© TZ Oesterreich Michele Pauty
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Die Zahl der Befürworter des Sitzenbleibens schrumpft: Selbst im Herzen des Bildungsbetons, in der ÖVP-nahen Lehrergewerkschaft, trifft die Reform der Oberstufe von SPÖ-Bildungsministerin Claudia Schmied und ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon auf Zustimmung. AHS-Lehrervertreter Eckehard Quin erklärt im 
ÖSTERREICH-Interview, warum: „Wer es einmal in die 6. Klasse geschafft hat, scheitert ja kaum an intellektuellen Problemen“, so der Gymnasial-Lehrer.

ÖSTERREICH: Sie waren skeptisch gegenüber der Reform. Haben Sie Ihre Meinung geändert?
ECKEHARD QUIN:
Ich habe gesagt, dass ich dem Modell grundsätzlich positiv gegenüberstehe. Dass es aber auf die Details ankommt. Wir sollten uns nicht auf 4,5 % schwache Schüler fokussieren. Wenn das Modell sinnvoll gestaltet ist, dann nützt es auch den übrigen 95,5 Prozent.

ÖSTERREICH: Sie wollen, dass Fördermittel auch den Begabten zugutekommen?
QUIN:
Künftig sollte es zweckgebunden Ressourcen für Förderkurse, aber ebenso für Interessens- und Begabungsförderung geben. Man könnte etwa Vorbereitungskurse für externe Fremdsprachenzertifikate oder für ein späteres Studium anbieten.

ÖSTERREICH: Ist Aufsteigen mit drei Fünfern sinnvoll?
QUIN:
Kommt auf die Details an. Besonders, wenn man wie geplant die Leistung nicht absenken will, reicht es nicht, die Leistung semesterweise zu beurteilen und dem Schüler zu sagen: „Lern’ das bis zur Matura nach!“ Dann hat er bis dahin vielleicht fünf Module offen und braucht wieder ein Jahr länger. Hier wären Zeitlimits sinnvoll, etwa bis zum Beginn des übernächsten Semesters. Das richtige Konzept kann die Leistung steigern. Ich kenne einen Schulversuch in Vöcklabruck, der seit 11 Jahren sehr ähnlich wie das vorgeschlagene Modell arbeitet und sehr gut läuft. Wie viel zusätzliche Ressourcen für Förderkurse erforderlich sind, hängt vom Modell ab. Wer es einmal in die 6., 7. Klasse geschafft hat, scheitert ja kaum an intellektuellen Problemen, sondern eher am inneren Schweinehund.

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