Nachfolge
Pröll: Top-Job bei Raiffeisen?
Josef Pröll war gerade einmal eine knappe Stunde zurückgetreten, als Raiffeisen-General Christian Konrad hochoffiziell verlauten ließ, dass es "bis dato keinerlei Vereinbarung über einen Eintritt oder eine Beschäftigung von Josef Pröll bei Raiffeisen gegeben hat". Hinter den Kulissen dürfte aber schon längst feststehen, dass Pröll in den Raiffeisen-Konzern wechselt. Dass Konrad sich Josef Pröll durchaus als Nachfolger wünscht, hat er schon öfter betont.
Top-Job bei Agrana oder Leipnik-Lundenburger
Zuletzt wurde kolportiert, dass Konrad mit Ende März 2012 in Pension gehen könnte. Bis dahin kann Pröll im Raiffeisen-Konzern leicht zum Nachfolger aufgebaut werden. Derzeit kursieren zwei Szenarien:
Pröll könnte ins Management des Zuckerproduzenten Agrana wechseln, der zu Raiffeisen gehört.
Am Mittwoch wurde auch spekuliert, dass Josef Pröll nach Genesung bei der Leipnik-Lundenburger Beteiligungs-AG (LLI) anheuern wird. Eine Sprecherin der LLI wollte das zwar nicht kommentieren, dementiert wurde es aber auch nicht. Die LLI gehört mehrheitlich der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, ist führend im Mühlengeschäft (Finis Feinstes) unterwegs, betreibt ein Kaffeeautomatengeschäft (café + co) und ist auch an der Agrana beteiligt.
Beide Jobs wären wie geschaffen für einen Karriereaufstieg zum Raiffeisen-Boss. Vom Referenten in der NÖ-Landwirtschaftskammer arbeitete sich Pröll zum Landwirtschaftsminister hoch. 2008 wurde er ÖVP-Chef und Vizekanzler. Folgt nun die Krönung zum Raiffeisen-König?