Nachfolge. In der ÖVP stellt sich nach Wögingers Rücktritt nun auch die Frage nach der Nachfolge. Wögingers Rücktritt stellt die Volkspartei jedenfalls vor eine große Aufgabe – leicht wird der Partei-Routinier und Netzwerker nicht zu ersetzen sein. Vor allem wurde Wögingers Handschlagqualität auch in den anderen Parlamentsparteien geschätzt.
Von der ÖVP hieß es am Montag allerdings lediglich, dass man „zeitnah“ entscheiden werde. Hinter den Kulissen soll aber bereits seit Wochen eine Nachfolge-Lösung besprochen werden.
Kanzler will Gödl als Klubobmann
Wie oe24 erfuhr, kristallisierte sich am Abend eine Überraschungslösung als Klubobmann heraus. Laut oe24-Informationen soll ÖVP-Sicherheitssprecher und Nationalratsabgeordneter Ernst Gödl Favorit von Bundeskanzler Christian Stöcker sein. Gödl ist 54 Jahre alt, Steirer und sitzt seit 2017 im Nationalrat. Dort ist er bei der ÖVP für den Bereich Migration und Asyl zuständig und gilt parteiintern als "Hardliner". Er ist zudem Obmann der ÖVP-Bezirkspartei Graz-Umgebung.
Der Jurist wurde in Graz geboren und war in den 90ern mit 23 Jahren jüngster Bürgermeister Österreichs der Gemeinde Zwaring-Pöls. Bereits am Montagabend soll er bei einer ÖVP-internen Sitzung als Parteiklubobmann bestimmt werden. Zuvor haben die ÖVP-Bünde mehrere Nachfolger in Stellung gebracht.
Am Montagabend traf Kanzler Christian Stocker eine (Vor-)Entscheidung: Gödl wird Nachfolger von August Wöginger als ÖVP-Klubchef. Ein Coup, mit dem der Kanzler seine eigene Partei überraschte. Gödl wurde im ÖVP-Bundesparteivorstand bereits als Klubobmann nominiert. Für Dienstagfrüh ist jedenfalls eine Klubsitzung anberaumt. Wenn es nach Stocker geht, wird Gödl dort zum neuen ÖVP-Klubobmann gewählt - sofern die Bünde mitspielen. Gödl ist übrigens Mitglied des ÖVP-Arbeitnehmerflügels ÖAAB.