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Das ist das EM-Quartier der ÖFB-Stars
350 Jahre sind die Platanen in der Allee hinter dem Haus alt. "Diese Bäume haben schon die Französische Revolution gesehen", sagt Jerome Pincepoche, der Direktor des "Moulin de Vernegues". Er sagt es nicht ohne Stolz. Das Hotel, in dem das österreichische Fußball-Nationalteam während der EM in Frankreich untergebracht ist, hat Geschichte.
Blick auf Golfplatz
David Alaba und Co. wollen im Sommer ihre eigene Geschichte schreiben. Am 8. Juni beziehen die ÖFB-Kicker in Mallemort Quartier. Das Teamcamp im Herzen der Provence punktet vor allem mit seiner Beschaulichkeit. "Es geht um die Abgeschiedenheit, um die Ruhe. Wir sind mitten in der Natur", erklärte der Hoteldirektor. "Erholung ist wichtig, auch für den Kopf. Das können wir ihnen bieten."
Von den Zimmerbalkonen aus reicht der Blick bis auf den Golfplatz - zu den Löchern 2 und 3 des "Pont Royal". Niemand geringerer als die spanische Golf-Legende Severiano Ballesteros hat den Kurs in den 1980er Jahren entworfen. Er gilt als einer der schönsten Frankreichs. Neben Golfspielern wird das Hotel an der Bundesstraße D7N gerne auch für Autopräsentationen gebucht.
Eigene ÖFB-Köche
Das Vier-Sterne-Haus ist mit einem Spa-Bereich und großzügigen Besprechungsräumen ausgestattet - und für religiöse Spieler auch mit einer Kapelle. Hervorgegangen ist das Hotel aus einem Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert samt namensgebender Mühle. Der Speisesaal etwa befindet sich unter einem dicken Steingewölbe. Am Mobilfunk-Signal muss daher mitunter noch gearbeitet werden.
Die Österreicher bringen ihre eigenen Köche mit nach Frankreich. Im Gegensatz zur Zimmerbelegung steht sogar der Speiseplan bereits fest. Essenszeiten oder das Roomkeeping werden an die Bedürfnisse der Profis angepasst. "Wir werden alles tun und hoffen, dass sie an nichts anderes denken müssen als an ihr Ziel, im Turnier möglichst weit zu kommen", sagte Pincepoche.
Hotel-Direktor als Österreich-Fan
In seinem Büro hängt eine von allen Spielern unterschriebene ÖFB-Dress. Sie erinnert den Hotelchef an die bevorstehende Aufgabe. Die Identifikation mit Rot-Weiß-Rot schreitet voran. "Ich habe mir die vergangenen Spiele im Fernsehen angeschaut und beginne, Österreich zu unterstützen, als ob es das französische Team wäre. Ich würde mir wünschen, dass sie bis ins Finale kommen."
Ganz uneigennützig ist dieser Wunsch nicht. Am Tag nach dem Turnier-Aus reist der ÖFB-Tross aus Frankreich ab. Je später das ist, desto mehr hat auch das Hotel davon. "So etwas nennt man eine Wette", erklärte Pincepoche. "Ich wette, dass sie weit kommen. Wenn sie das nicht tun, verliere ich meine Wette - wenn schon, dann gewinne ich."