Schlecht wie nie

Sturzflug: So verzweifelt sind Rapid-Stars

13.03.2017

Wienern droht nach Sturm-Pleite Abstiegskampf. Das sagen die Spieler.

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Damir Canadi trommelte nach Abpfiff seine Spieler zusammen. Wieder hatte der SK Rapid verloren. Diesmal bei Sturm Graz. Mit 1:2. Es war die sechste Partie ohne Sieg, die fünfte im Frühjahr, in dem eigentlich zur Aufholjagd geblasen werden sollte. Nun nimmt der Sturzflug jedoch bedrohliche Ausmaße an - historisch sind sie bereits.

+++ Damir Canadi nach Niederlage: Elfmeter-Ärger statt Tacheles +++

Nach 25 Runden stehen 29 Punkte zu Buche. So schlecht war der Rekordmeister, bei dem im Sommer noch die Mission 33 ausgerufen wurde, nie zuvor in der Bundesliga-Historie. Unfassbar, aber wahr! Grün-Weiß holte 2017 holte nur zwei Zähler, der letzte Auswärtssieg bleibt das 2:1 gegen die Admira am 29. Oktober 2016.

Dazu kommt die Horror-Bilanz von Damir Canadi. Nicht nur dass er Graz zum fünften Mal ohne Dreier verlassen musste, ist seine Statistik als Rapid-Trainer katastrophal: Zum insgesamt 13. Mal saß der Wiener auf der Bank, gewonnen hat er nur zwei Mal. Dafür kassierte er sieben Niederlagen.

Ratlosigkeit bei den Spielern

Unter dem Strich macht das 0,77 Punkte pro Spiel. Selbst Christian Benbennek, der vor zwei Wochen in Ried gefeuert wurde, hatte einen deutlich besseren Schnitt (0,92). Muss jetzt auch Canadi um den Job zittern? Sportchef Fredy Bickel bleibt nach außen hin cool: "Wir müssen der Mannschaft vertrauen und nicht draufhauen. Das bringt in unserer Situation nichts."

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Aber wie ist jene Situation zu erklären? Die Rapid-Stars sind ratlos, ja gar verzweifelt. "Ich weiß nicht, wie wir da jetzt rauskommen sollen. Wir sind fast immer die bessere Mannschaft, aber am Ende verlieren wir", so Stefan Schwab: "Wahrscheinlich haben wir heute wieder fast jede Statistik gewonnen." Nur die wichtigste eben nicht.

"Wir müssen es erzwingen"

Kapitän Steffen Hofmann, der zur Halbzeit kam, ergänzt: "Im Moment läuft alles schief, was schief laufen kann." Trotzdem müsse man Lösungen finden. "Wenn du in dieser Lage bist, musst du es immer wieder aufs Neue erzwingen. Heute ist uns das einmal gelungen." Einmal zu wenig.

Und deshalb trommelte Canadi nach 90 Minuten das Team zusammen. Alle standen um ihn herum, der Sportdirektor, die Betreuer, die Krisen-Kicker. Was er sagte? "Das bleibt im Kreis", so Hofmann zu Sky. Vielleicht zeigt es kommenden Samstag gegen Mattersburg Wirkung.

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