Das 130.000-Einwohner-Städtchen Wolfsburg erlebt derzeit eine harte Phase an zwei Fronten. Beim Autobauer Volkswagen sank der Nettogewinn im Jahr 2025 um 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro, was das niedrigste Ergebnis seit der Dieselkrise 2016 darstellt.
Gründe dafür sind Belastungen bei Porsche, US-Zölle und hohe Kosten für den Konzernumbau, weshalb bis 2030 rund 50.000 Arbeitsplätze wegfallen sollen. Auf der anderen Seite steht der sportliche Untergang: Der VfL Wolfsburg ist nach 29 Jahren erstmals aus der Bundesliga abgestiegen. Um die Bilanz zu verbessern, hofft der Verein auf zahlreiche Abgänge und Spielerverkäufe bis Dienstag, 30. Juni, da diese Ablösesummen noch im laufenden Geschäftsjahr verbucht werden können.
Millionen für den Absteiger
Obwohl der Klub sportlich am Boden liegt, pumpt die Volkswagen AG weiterhin Millionen in ihre 100-prozentige Tochtergesellschaft. Allerdings wird der bisherige Etat von 80 Millionen Euro auf rund 55 Millionen Euro gesenkt. Dieses Geld ist jedoch nicht nur für die Profi-Männer gedacht, sondern fließt ebenso in die Jugend, die Infrastruktur sowie die Frauenmannschaft. Durch einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag gleicht der Mutterkonzern Verluste des Klubs aus, während Gewinne an VW fließen – was allerdings selten vorkommt. Die aktuelle Krise in Wolfsburg wird durch neue Geschäftszahlen für das Jahr 2024/25 verdeutlicht, da der Klub ein Minus von 12,7 Millionen Euro verbucht.
Hoffnung auf leichte Besserung
Wie der Abschluss des Geschäftsjahres 2025/26 aussehen wird, bleibt vorerst offen. Zu den Zahlen der vorherigen Saison sagt Finanz-Boss Michael Meeske (54): „In den von der DFL veröffentlichten Kennzahlen zeigt sich ein leichter Aufwärtstrend, auch wenn auf diesem Wege ohne Teilnahme am europäischen Wettbewerb lediglich der Fehlbetrag im Vergleich zur Vorsaison um 2,3 Mio. reduziert werden konnte,“ zitiert ihn die deutsche Bild.
Damit bleibt die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Vereins abzuwarten.