Conference League:

Glasner jagt gegen Vallecano historischen Europa-Coup!

Der oberösterreichische Erfolgscoach Oliver Glasner steht vor seinem letzten und wichtigsten Spiel mit Crystal Palace. Im Finale der Conference League geht es um alles.

Oliver Glasner sehnt bei Crystal Palace das perfekte Ende herbei. Die vom Oberösterreicher betreuten Eagles bestreiten das Finale der Conference League gegen Rayo Vallecano am Mittwoch (21:00 Uhr/live Canal+ & Sport24-Liveticker) in Leipzig. "Wenn man im Finale steht, will man es natürlich auch gewinnen", stellt der Coach klar. Zum Abschied aus dem Adlerhorst will sich der 51-jährige Innviertler noch einen weiteren Eintrag im Geschichtsbuch von Crystal Palace sichern. Jubelte der Trainer vor einem Jahr mit den Engländern über den Gewinn der FA-Cup-Trophäe, soll nun erneut Silberware gestemmt werden. Für beide Teams geht es um den ersten internationalen Titel der Vereinsgeschichte. Der Abschied vom Club aus dem Süden Londons ist seit Jänner beschlossene Sache. Zuvor war auch bei Eintracht Frankfurt und dem VfL Wolfsburg nach jeweils zwei Saisonen Schluss. Mit den Frankfurtern gewann er 2022 die Europa League. Der Innviertler könnte in Leipzig an Europacup-Titeln mit Ernst Happel gleichziehen. Der 1992 verstorbene Wiener gewann 1970 mit Feyenoord und 1983 mit dem HSV jeweils im Meistercup.

Traum vom Happy End

Glasner träumt offen vom perfekten Ende einer zweijährigen Ära. "Wenn man einen Film sieht oder ein Buch liest, hofft man immer auf ein Happy End. Diese mehr als zweijährige Reise mit einem weiteren Titel zu beenden, mit dem ersten europäischen Titel in der Geschichte von Crystal Palace, das wäre unglaublich", sagte der Trainer vor dem Endspiel in einem UEFA-Interview. Für Palace ist es das 60. Spiel einer Mammut-Saison, die mit dem Erfolg im Community Shield gegen Liverpool am 10. August begonnen hatte. Leipzig war laut dem Coach immer das große Ziel. Gelingt der Triumph gegen den Madrider Vorstadtclub, darf Palace auch in der kommenden Saison in der Europa League antreten. In der Premier League steht in der Abschlusstabelle lediglich Rang 15 zu Buche. Die internationalen Startplätze waren punktetechnisch weiter entfernt als die Abstiegszone.

Zoff um Transfers ist vergessen

Dass der Österreicher Ende Mai noch ein Highlight bestreiten kann, war im Frühjahr nicht gesichert. Schon in Wolfsburg und in Frankfurt schwelende Dispute über die Transferpolitik des Clubs kamen auch in London zutage. Nach dem Gewinn des FA-Cups mahnte der Coach, Palace dürfe kein One-Hit-Wonder werden. Die beiden besten Spieler wurden aber im Sommer beziehungsweise Winter verkauft. Eberechi Eze wechselt zu Arsenal, Marc Guehi zieht es zu Manchester City. Der Trainer tätigte öffentlich Kritik. Die Palace-Chefetage agierte in den unruhigen Zeiten aber mit kühlem Kopf. "Für Oliver müssen die Bedingungen passen", erklärte Clubchef Steve Parish einmal. "Es geht darum, dass er Bedingungen vorfindet, um seine Ziele zu erreichen. Oliver will Dinge gewinnen." Die Wogen glätteten sich rechtzeitig. Spätestens mit dem Finaleinzug über Schachtar Donezk hinweg zementierte der Übungsleiter seinen Legendenstatus beim 121-jährigen Verein ein. Entsprechend emotional war sein Abschied am vergangenen Sonntag, als von den Fans ein "Oliver Glasner olé" durch den heimischen Selhurst Park schallte.

Duell mit Polsters Ex-Klub

"Ich hätte das Gefühl, völlig versagt zu haben, wenn das Team nachgelassen hätte. Denn ich habe ihnen immer gesagt: 'Ihr müsst nicht für einen Trainer spielen'", beschrieb der Coach die Unterredungen mit der Mannschaft nach seinem schon lange angekündigten Abschied. In Endspielen waren die Palace-Profis immer am Punkt. Dies soll sich auch gegen Rayo nicht ändern. Das Team aus Madrids Arbeiterviertel Vallecas, für das 1992/93 Toni Polster auf Torjagd ging, schaltete im Halbfinale Racing Straßburg dank zweier 1:0-Siege aus. Beim Achten der spanischen Liga könnte der Österreicher auf seinen Nachfolger treffen. Laut Medienberichten zählt Rayo-Trainer Inigo Perez zu den Kandidaten auf den Posten bei Palace. Glasner selbst wird aller Voraussicht nach in einer Top-Liga bleiben. Neben der Rückkehr nach Deutschland zu Leverkusen wurde dieser Tage auch Italien mit Milan als potenzieller neuer Arbeitgeber genannt.

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