Viertelfinale
Jogi Cool gegen Dirty Diego
Argentinien trifft im Viertelfinale auf Deutschland. Drei Duelle entscheiden.
Unterschiedlicher könnten die beiden Feldherren des heutigen Duells kaum sein! Auf der einen Seite der nette Jogi von nebenan. Ihm gegenüber der Exzentriker Diego Maradona. Der eine (Löw) schwört auf „höchschde“ Disziplin, der andere raucht sich beim Training schon einmal eine Zigarre an oder stellt sich ins Tor, um sich von seinen Spielern abschießen zu lassen.
Maradona – einer der größten Spieler aller Zeiten – war als Trainer lange umstritten. Mit den Auftritten bei der WM hat er viel Anerkennung gewonnen. Löw kickte hauptsächlich in der zweiten deutschen Liga, Länderspiel bestritt er kein einziges. Doch schon bei der WM 2006 galt er als der starke Mann hinter Jürgen Klinsmann, der die Taktik ausklügelt. Gelernt hat Löw übrigens auch in Österreich, bei Wacker Innsbruck und Austria Wien.
Diego ließ Müller rauswerfen
Maradona ist für Skandale
bekannt. Beim jüngsten Duell Argentinien – Deutschland in München im März
sorgte er auch schon für Aufsehen. Bei einer Pressekonferenz stand er gleich
wieder auf, weil er dachte, neben ihm säße ein „Balljunge“. Der junge Mann
war allerdings Thomas Müller und ist bei der WM der Shootingstar
schlechthin.
Auf die Frage, was er tun würde, wenn Messi ausfallen würde, sagte er: „Dann könnte ich mir in die Eier schießen.“ Zum Vergleich Löw nach dem Ballack-Out: „Schaun wir mal ...“.
Messi vs. Schweinsteiger
Lionel Messi sprengt alle Maßstäbe. Er
sollte mit einer Krone aufs Feld gehen“, sagt Diego Maradona über seinen
Superstar. Bei der WM hat er zwar starke Auftritte gezeigt, Tor ist ihm
bislang jedoch noch keines gelungen. „Das macht nichts. 1986 bin ich auch
erst ab dem Viertelfinale richtig in Erscheinung getreten“, erwartet Diego
heute eine Explosion seines Nachfolgers. Verhindern soll dies auf deutscher
Seite Bastian Schweinsteiger.
Der ist nach dem Ausfall von Michael Ballack der Chef im Team. Er übernimmt Verantwortung, zeigt bislang eine überragende WM. Die Deutschen wissen: „Messi kann man nur im Kollektiv stoppen.“ Schweini wird es wohl am öftesten mit dem kleinen Argentinier zu tun bekommen.
An Selbstvertrauen mangelt es Schweinsteiger nicht. Vor der Partie legte er sich sogar mit Maradona an: „Sein Team provoziert und spielt dreckig.“ Messi kann er damit aber nicht meinen. Der ist als ruhiger Zeitgenosse bekannt, nimmt die zahlreichen Fouls an ihm gelassen hin, beklagt sich nicht. Heute will er in seinem 50. Länderspiel endlich sein erstes WM-Tor. Schweini will die vorläufige Krönung verhindern.
Klose vs. Demichelis
Miro Klose oder Martin Demichelis – wer ist
der bessere Bayer? Klose stürmt heute für Deutschland. Bei der WM hat er
schon zwei Tore erzielt. Heute bestreitet er sein 100. Länderspiel. Die
Wünsche fürs Jubiläum? „Ein Tor und ein Sieg!“ Verhindern will das
ausgerechnet sein Bayern-Klubkollege.
Demichelis dirigiert die Abwehr der Argentinier. Zwei Gegentreffer haben die Gauchos bislang kassiert. Beide Male machte Demichelis keine gute Figur. Ein Tor hat er allerdings auch schon erzielt. Seinen heutigen direkten Gegenspieler kennt er in- und auswendig – was auf Gegenseitigkeit beruht. „Sie wissen alles über den anderen. Das kann heute entscheidend sein“, weiß TV-Experte Stefan Effenberg.