Hooligan-Terror

Skandalabbruch bei Italien - Serbien

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Serbischer Verbandspräsident entsetzt: "Angriff auf unseren Staat"
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Serbische Fußball-Hooligans haben erneut für einen Skandal gesorgt. Mit dem erzwungenen Abbruch des EM-Qualifikationsspiels gegen Italien rückten angereiste Krawallmacher die Nationalelf Serbiens am Dienstagabend einmal mehr in ein schlechtes Licht. Nach einer unrühmlichen Nacht in Genua wurden 17 Serben verhaftet, weitere 35 wurden angezeigt. Serbiens Verbandspräsident Tomislav Karadzic bezeichnete die Vorkommnisse als "Schande" und "Angriff auf unseren Staat".

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Vorwarnungen in den Wind geschlagen
Auch die italienische Polizei ist nach den Ausschreitungen serbischer Fußball-Fans in Genua unter Druck geraten. Ein Alarm der Belgrader Sicherheitskräfte, die vor einem massiven Ansturm serbischer Hooligans gewarnt hatten, sei unterschätzt worden. In einem Schreiben aus Belgrad sei den italienischen Behörden mitgeteilt worden, dass sich etwa 400 rechtsextreme Hooligans unter die insgesamt 1.600 serbischen Fans mischen wollen, um die Austragung des EM-Qualifikationsspiels gegen Italien zu verhindern.

"Man hatte uns über die Zahl der anreisenden Fans, nicht über ihre Gefährlichkeit informiert. Diese Leute hätten niemals einreisen dürfen", beschwerte sich der für die Sicherheit der italienischen Nationalmannschaft zuständige Funktionär Roberto Massucci. Serbiens Verbandspräsident Tomislav Karadzic hatte unmittelbar nach dem Spielabbruch erklärt: "Wir hatten Informationen, dass diese Fans hierherkommen und beabsichtigen, das Spiel zu sabotieren. Dies haben wir den italienischen Verantwortlichen gemeldet."

"Grobari"-Hooligans europaweit gefürchtet
Die Gäste-Fans hatten sich gemäß Medienberichten der bekannten Belgrader Fan-Gruppierung "Grobari" angeschlossen, die sich bereits für gewalttätige Angriffe in mehreren europäischen Städten verantwortlich gemacht haben. Schon am frühen Dienstagnachmittag hatten betrunkene serbische Fans einige Lokale in der Innenstadt Genuas verwüstet. Dabei war es auch zu Auseinandersetzungen mit lokalen Hooligans gekommen.

Italiens Verteidigungsminister Ignazio La Russa lobte den Beschluss des Schiedsrichters, das Match abzubrechen. "Ich hätte das Match nicht einmal anfangen lassen. Die Bedingungen waren nicht vorhanden, um das Spiel auszutragen. Die italienische Polizei hat gut agiert, um die Sicherheit der Tifosi nicht zu gefährden", sagte der Minister.

Referee-Boss: "Hätten Kalaschnikow gebraucht"
Einer etwas heftigen Wortwahl bediente sich der Präsident des italienischen Schiedsrichterverbands AIA, Marcello Nicchi. "Um Ruhe im Stadion zurückzubringen, hätte die Polizei mit Kalaschnikow-Gewehren eingreifen müssen", meinte der Funktionär.