Rädler/Huber

Das ist unser Sensations-Gold-Duo

10.02.2026

Lesen Sie, wie Ariane Rädler (31) und Katharina Huber (30) ticken.

Zur Vollversion des Artikels
© APA
Zur Vollversion des Artikels

Die Zielarena in Cortina, Dienstag, 14.44 Uhr. Katharina Huber rettet fünf Hundertstel der österreichischen Führung ins Ziel. Abfahrts-Kollegin Ariane Rädler eilt mit rot-weiß-roter Fahne herbei. Beide jubeln, glauben: Das war Silber! Doch die im Slalom scheinbar Unschlagbare Mikaela Shiffrin versemmelt die US-Führung in ihrer Spezialdisziplin. Die Österreicherinnen können es nicht fassen: Sie sind Olympiasiegerinnen!

15.10 Uhr: Rädler und Huber springen jubelnd aufs oberste Podesttreppchen. Der ehemalige ÖOC-Präsident Franz Stoss hängt ihnen die Goldmedaille um. Welt-Skiboss Johan Eliasch gratuliert. Während die österreichische Bundeshymne ertönt, versuchen unsere Gold-Girls zu realisieren, was sie da geschafft haben. Huber: "Der Moment der Hymne ist einfach wunder-, wunderschön. Bei mir ist gerade so eine emotionale Achterbahnfahrt. Wir haben das mit unserem gemeinsamen richtig geilen Skifahren gewonnen. Wir haben das noch nie so richtig gezeigt."

Wie ticken unsere Sensations-Olympiasiegerinnen?

"Rakete" Rädler hatte vier Kreuzbandrisse

Ariane Rädler (31), deren Vorname an die berühmte Trägerrakete erinnert, kommt aus Vorarlberg. Die Speedspezialistin schaffte es mit einem 10. Platz im Dezember in St. Moritz ins Olympia-Abfahrts-Team. Auf der Tofana beeindruckte sie mit starken Trainingsleistungen und einem soliden 8. Platz in der Spezialabfahrt. In der Kombi-Abfahrt musste sie sich nur Olympiasiegerin Breezy Johnson um 6 Hundertstel geschlagen geben und ärgerte sich: "Warum ist mir das nicht schon in der Spezialabfahrt gelungen?"

© APA

Dreieinhalb Stunden später war alles egal. Rädler, im Weltcup bisher zweimal Super-G-Dritte, ist Olympiasiegerin!

ÖSV-Damenchef Roland Assinger erinnerte auch an den Leidensweg von Rädler, die vier Kreuzbandrisse in ihrer Karriere hatte. Auch die Vorarlbergerin dachte im Zielraum auf Huber wartend daran - und freilich an ihre 2019 verstorbene Mutter: "Ich habe gesagt, Mama, du musst jetzt auf uns schauen, dass die Kathi das runterbringt. Ich habe sicher schon viel mitgemacht, aber ich habe ein gutes Umfeld, das mich immer wieder zurückgebracht hat." 

Huber ist jetzt Doppel-Olympiasiegerin

Von der Siegerehrung ging's zum ORF-Interview. Slalom-Ass Katharina Huber (30) zeigte gemeinsam mit ihrer Gold-Kumpanin das glänzende Edelmetall in die ORF-Kamera und gestand: "Ich war abartig nervös und wollte im Slalom nur geil Skifahren." Das ist ihr gelungen. Im wichtigsten Slalom fuhr sie das Rennen ihres Lebens und rettete mit einem beherzten Finish 5 Hundertstel  Vorsprung ins Ziel und damit Gold. 

"Kathi ist eine gute Skifahrerin", lacht Rädler. "Ich weiß das seit 20 Jahren, so lange kennen wir uns schon. Und jetzt weiß es die ganze Welt." 

Im Slalom kann die in Leoben (Stmk.) geborene Niederösterreicherin kein Weltcup-Podest vorweisen, lediglich einen 5. Platz in Saalbach 2024. Das einzige Podest gelang ihr in Lenzerheide 2021 - im inzwischen aus dem Weltcup eliminierten Parallelslalom. Dass sie in Peking 2022 Team-Gold umgehängt bekam, hängt Huber nicht an die große Glocke - zu dieser Ehre kam sie als Teil der Mannschaft, ohne selbst gefahren zu sein. Trotzdem ist sie jetzt auf dem Papier Doppel-Olympiasiegerin.

Rädler: "Wir wissen, wo wir herkommen. Wir sind richtig gute Skifahrerinnen, haben es aber noch nie zeigen können. Wir haben den gleichen Weg gemacht. Dass wir das jetzt zusammen so erleben können, verbindet uns schon sehr." 

Weitere Artikel