Lesen Sie, wie Ariane Rädler und Katharina Huber ticken.
Die Zielarena in Cortina, Dienstag, 14.44 Uhr. Katharina Huber rast mit Slalom-Bestzeit über die Ziellinie. Abfahrts-Kollegin Ariane Rädler eilt mit rot-weiß-roter Fahne herbei. Beide jubeln, glauben: Das war Silber! Doch die im Slalom scheinbar Unschlagbare Mikaela Shiffrin versemmelt die US-Führung in ihrer Spezialdisziplin. Die Österreicherinnen können es nicht fassen: Sie sind Olympiasiegerinnen!
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15.10 Uhr: Rädler und Huber springen jubelnd aufs oberste Podesttreppchen. Der ehemalige ÖOC-Präsident Franz Stoss hängt ihnen die Goldmedaille um. Welt-Skiboss Johan Eliasch gratuliert. Während die österreichische Bundeshymne ertönt, versuchen unsere Gold-Girls zu realisieren, was sie da geschafft haben.
Wie ticken unsere Sensations-Olympiasiegerinnen?
"Rakete" Rädler hatte vier Kreuzbandrisse
Ariane Rädler, 31, deren Vorname an die berühmte Trägerrakete erinnert, kommt aus Vorarlberg. Die Speedspezialistin schaffte es mit einem 10. Platz im Dezember in St. Moritz ins Olympia-Abfahrts-Team. Auf der Tofana beeindruckte sie mit starken Trainingsleistungen und einem soliden 8. Platz in der Spezialabfahrt. In der Kombi-Abfahrt musste sie sich nur Olympiasiegerin Breezy Johnson um 6 Hundertstel geschlagen geben und ärgerte sich: "Warum ist mir das nicht schon in der Spezialabfahrt gelungen?"
Dreieinhalb Stunden später war alles egal. Rädler ist Olympiasiegerin!
Nach vier Kreuzbandrissen kämpfte sie sich immer wieder zurück, schaffte es zweimal im Super-G aufs Weltcup-Podest.
Huber ist jetzt Doppel-Olympiasiegerin
Von der Siegerehrung ging's zum ORF-Interview. Slalom-Ass Katharina Huber zeigte gemeinsam mit ihrer Gold-Kumpanin das glänzende Edelmetall in die ORF-Kamera und gestand: "Ich war abartig nervös und wollte im Slalom nur geil Skifahren." Das ist ihr gelungen. Im wichtigsten Slalom fuhr sie das Rennen ihres Lebens und rettete mit einem beherzten Finish 2 Hundertstel Vorsprung ins Ziel und damit Gold.
Im Slalom kann die 30-jährige Niederösterreicherin kein Weltcup-Podest vorweisen, lediglich einen 5. Platz in Saalbach 2024. Das einzige Podest gelang ihr Lenzerheide 2021 - im inzwischen aus dem Weltcup eliminierten Parallelslalom. Dass sie in Peking 2022 Team-Gold umgehängt bekam, hängt Huber nicht an die große Glocke - zu dieser Ehre kam sie als Teil der Mannschaft, ohne selbst gefahren zu sein. Trotzdem ist sie jetzt auf dem Papier Doppel-Olympiasiegerin