50-km-Langlauf

Stadlober sieht sich im "brutalen 50er" als Medaillenanwärterin

20.02.2026

Im ersten 50-km-Langlauf-Abschlussbewerb der Frauen in der Olympia-Geschichte soll es für Teresa Stadlober mit ihrer zweiten Medaille klappen.

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© APA/AFP/TOBIAS SCHWARZ
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Für die Salzburgerin ist der Marathon auf der besonders schwierigen Strecke in Tesero in der von ihr bevorzugten klassischen Technik wahrscheinlich auch ihr letztes Rennen bei Winterspielen. Topfavoritin ist die in Italien bereits zweimal vergoldete Schwedin Frida Karlsson.

Stadlober zählt sich auf ihrer Lieblingsstrecke im Val di Fiemme nach einer starken Saison und zwei Top-Ten-Ergebnissen bei Olympia zu den Podestanwärterinnen. "Ich würd' schon sagen, dass ich zum erweiterten Medaillenkandidatenkreis dazugehöre", sagte die Skiathlon-Bronzemedaillengewinnerin von 2022 am Freitag in Predazzo. Die 33-Jährige fiebert dem Rennen seit langem entgegen. "Ich freue mich schon sehr viele Wochen und Monate darauf. Ich habe mich gut vorbereitet und kann es kaum erwarten. Meine Form passt, die Strecke taugt mir und die klassische Technik ist meine bessere, darum habe ich große Ziele."

Fast 2.000 Höhenmeter als harte Prüfung

Die starken Skandinavierinnen um Karlsson schrecken Stadlober ebenso wenig ab wie die Länge des Rennens und das herausfordernde Profil. Die insgesamt 1.900 Höhenmeter kommen der kletterstarken Salzburgerin entgegen. "Für mich ist das schon eher ein Vorteil, aber ein 50er ist immer ein brutales Rennen", sagte Stadlober auf Nachfrage der APA und verwies auf die Besonderheit des Marathons. "Ein 50er ist kein normales Rennen, die Rennzeit wird über zwei Stunden sein. Aber ich bin auch vom Kopf her auf diesen sehr langen Bewerb gut vorbereitet."

Die einwöchige Pause seit ihrem letzten Rennen mit Platz sieben über 10 km Skating sei herausfordernd gewesen. "Man bekommt schon ein bisschen einen Lagerkoller, aber ich war auf die Pause eingestellt und habe gut trainieren können. Meine Stimmung ist noch immer gut."

Tempodiktat von Karlsson zu erwarten

Spannend werde sein, wann die möglichen Skiwechsel erfolgen und wie Karlsson das Rennen gestalten wird. "Ich bin gespannt, wie sie es anlegt, ob sie am Anfang schon Gas gibt. Aber irgendwann wird sicher eine Attacke kommen." Rennentscheidend wird auch das Material sein. "Ein schneller Ski ist die Grundvoraussetzung", betonte die 33-Jährige.

Ein Nachteil für sie sei, dass am Samstag kein österreichischer Teilnehmer im 50er der Männer antrete. "Das ist schade, aber das Serviceteam kann ja trotzdem auf die Strecke und Ski testen, wir müssen das jetzt eh so nehmen - es wird schon passen."

Warme Witterung und nasser Schnee als Herausforderung

Stadlober ist in ihren wenigen bisher bestrittenen 50-km-Rennen bis auf den WM-Bewerb im Vorjahr in Trondheim als Elfte immer weit vorne gelandet. Ähnlich extreme Weichschneeverhältnisse wie in Norwegen sind diesmal nicht zu erwarten. Es werde aufgrund der warmen Witterung mit nassem Schnee aber trotzdem herausfordernde Verhältnisse geben, so Stadlober.

Ob sie am Sonntag den letzten Winterspielebewerb ihrer Karriere bestreiten wird, ließ sie offen. "Ich habe die Entscheidung noch nicht getroffen, aber es kann leicht sein, dass das mein letztes olympisches Rennen ist. Ich möchte mich aber noch nicht festlegen." Ihr Vater Alois Stadlober hofft ungeachtet dessen auf eine weitere Sternstunde seiner Tochter: "Natürlich ist das Ziel eine Medaille, die Chance ist da, sie ist gut drauf. Ich bin guter Dinge", sagte der ÖSV-Langlaufchef.

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