Australian Open

5-Satz-Krimi: Alcaraz ringt Zverev nieder

30.01.2026

Der Spanier steht im Finale von Melbourne.

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 Carlos Alcaraz fehlt nur ein Sieg, um als jüngster Spieler aller Zeiten den "Karriere-Slam" zu fixieren. Der Weltranglistenerste entschied am Freitag einen fast fünfeinhalb Stunden dauernden Halbfinalkrimi bei den Tennis-Australian-Open gegen den Deutschen Alexander Zverev mit 6:4,7:6(5),6:7(3),6:7(4),7:5 für sich und darf weiter von seinem Premierenerfolg in Melbourne träumen. Finalgegner am Sonntag ist Titelverteidiger Jannik Sinner oder Major-Rekordchampion Novak Djokovic.

Zverev muss nach seinem längsten Karrierespiel weiter auf seinen ersten Triumph bei einem der vier Grand-Slam-Turniere warten. Vergangenes Jahr hatte der 28-Jährige beim "Happy Slam" erst im Endspiel gegen Sinner verloren. Im Head-to-Head mit Alcaraz liegt Zverev nun 6:7 zurück. Die jüngste Niederlage ist extrem bitter, zumal Alcaraz ab Mitte des dritten Satzes mit starken körperlichen Problemen zu kämpfen hatte. Dank seines starken Willens schaffte der Spanier im fünften Satz nach langem Rückstand trotzdem noch die Wende.

"Körperlich schwerstes Match" für Alcaraz

"Es war das körperlich schwerste Spiel meiner Karriere. Entscheidend war, dass ich immer daran geglaubt habe", sagte der Spanier, der erstmals ins Australian-Open-Finale einzog. Ähnliche Situationen in der Vergangenheit wie im French-Open-Finale 2025 seien hilfreich gewesen. "Ich wusste, was ich tun muss, habe mit Herz und Leidenschaft gespielt und bin richtig glücklich, die Chance zu haben, mein erstes Finale hier zu spielen und um den Titel zu kämpfen." Einen großen Dank richtete er an die Fans, die klar auf seiner Seite waren. "Ohne dieses Publikum würde ich hier nicht stehen, es war echt verrückt", betonte der 22-Jährige.

Die Unterstützung wird ihm auch am Sonntag sicher sein. "Mein Level geht immer höher, ich kann das Finale nicht erwarten. Aber mein Kopf und mein Körper freuen sich jetzt vor allem einmal auf Erholung", sagte Alcaraz. Den Melbourne-Triumph hatte er schon zuvor als "Hauptziel" in diesem Jahr bezeichnet. Sollte dieser gelingen, würde der 22-Jährige mit sieben Major-Triumphen vor dem 23. Geburtstag einen weiteren Männerrekord aufstellen.

Zverev-Ärger über Alcaraz-Behandlungspause

Gegen Alcaraz war Zverev bei sehr schwülen Bedingungen und etwas mehr als 30 Grad fast drei Sätze lang nahezu chancenlos, ehe der mit Krämpfen kämpfende Spanier beim Stand von 5:4 eine medizinische Auszeit nahm. Sehr zum Unmut von Zverev. "Das ist unglaublich. Das gibt es nicht. Das kann nicht euer Ernst sein", kommentierte Zverev die Behandlungspause des Spaniers im Gespräch mit dem Oberschiedsrichter. Behandlungen sind eigentlich nur bei Verletzungen gestattet, nicht aber bei Krämpfen. Alcaraz hatte aber wohl angegeben, dass er einen Stich im Oberschenkel gespürt hatte.

Zverev profitierte und fügte dem Spanier die ersten beiden Satzverluste im Turnierverlauf zu. In Satz fünf schien nach einem frühen Break alles angerichtet für den Deutschen, der mehrmals Breakbälle abwehrte und bei 5:4 auch auf den Matchgewinn servierte, den Sieg aber nicht in trockene Tücher bringen konnte. Nach 5:27 Stunden verwandelte Alcaraz gleich seinen ersten Matchball.