Australian Open

Ringt Sinner nieder: Melbourne-König Djokovic folgt Alcaraz ins Finale

30.01.2026

Es ist vollbracht! Der König von Melbourne meldet sich eindrucksvoll zurück. Novak Djokovic hat sich mit einem wahren Kraftakt gegen Jannik Sinner ins Finale der Australian Open gekämpft. 

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Novak Djokovic erkämpfte sich die Chance auf seinen 25. Tennis-Grand-Slam-Titel. Der 38-jährige Serbe rang am Freitag im Halbfinale der Australian Open Titelverteidiger Jannik Sinner mit 3:6,6:3,4:6,6:4,6:4 nieder und bekommt es im Endspiel am Sonntag mit dem Spanier Carlos Alcaraz zu tun. Dem Ranglistenersten fehlt nach einem 6:4,7:6(5),6:7(3),6:7(4),7:5-Erfolg über den Deutschen Alexander Zverev nur noch ein Sieg, um als jüngster Spieler den "Karriere-Slam" zu fixieren.

Historisch: Längstes Halbfinale der Australian Open 

Es waren zwei epische Halbfinalspiele in der Rod Laver Arena. Nachdem Alcaraz für seinen Erfolg 5:27 Stunden benötigt und auf dem Weg dorthin körperliche Probleme überwunden hatte, verwertete Djokovic weit nach Mitternacht Ortszeit nach 4:09 Stunden seinen dritten Matchball. Er darf sich damit zum 11. Mal im Melbourne-Finale versuchen, 2008,2011-13,2015,2016,2019-2021 und 2023 hat er "down under" den Titel gewonnen. Sollte er sein elftes Titelstück perfekt machen, würde er sich auch von Margaret Court absetzen, die wie er 24 Mal bei Majorturnieren triumphiert hat.

Zverev muss nach seinem längsten Karrierespiel weiter auf seinen ersten Triumph bei einem der vier Grand-Slam-Turniere warten. Vergangenes Jahr hatte der 28-Jährige beim "Happy Slam" erst im Endspiel gegen Sinner verloren. Im Head-to-Head mit Alcaraz liegt Zverev nun 6:7 zurück. Die jüngste Niederlage ist extrem bitter, zumal Alcaraz ab Mitte des dritten Satzes mit starken körperlichen Problemen zu kämpfen hatte. Dank seines starken Willens schaffte der Spanier im fünften Satz nach langem Rückstand trotzdem noch die Wende.

»Körperlich schwerstes Match« für Alcaraz

 "Es war das körperlich schwerste Spiel meiner Karriere. Entscheidend war, dass ich immer daran geglaubt habe", sagte der Spanier, der erstmals ins Australian-Open-Finale einzog. Ähnliche Situationen in der Vergangenheit wie im French-Open-Finale 2025 seien hilfreich gewesen. "Ich wusste, was ich tun muss, habe mit Herz und Leidenschaft gespielt und bin richtig glücklich, die Chance zu haben, mein erstes Finale hier zu spielen und um den Titel zu kämpfen." Einen großen Dank richtete er an die Fans, die klar auf seiner Seite waren. "Ohne dieses Publikum würde ich hier nicht stehen, es war echt verrückt", betonte der 22-Jährige.

Die Unterstützung wird ihm auch am Sonntag sicher sein. "Mein Level geht immer höher, ich kann das Finale nicht erwarten. Aber mein Kopf und mein Körper freuen sich jetzt vor allem einmal auf Erholung", sagte Alcaraz. Den Melbourne-Triumph hatte er schon zuvor als "Hauptziel" in diesem Jahr bezeichnet. Sollte dieser gelingen, würde der 22-Jährige mit sieben Major-Triumphen vor dem 23. Geburtstag einen weiteren Männerrekord aufstellen.

Zverev-Ärger über Alcaraz-Behandlungspause

Gegen Alcaraz war Zverev bei sehr schwülen Bedingungen und etwas mehr als 30 Grad fast drei Sätze lang nahezu chancenlos, ehe der mit Krämpfen kämpfende Spanier beim Stand von 5:4 eine medizinische Auszeit nahm. Sehr zum Unmut von Zverev. "Das ist unglaublich. Das gibt es nicht. Das kann nicht euer Ernst sein", kommentierte Zverev die Behandlungspause des Spaniers im Gespräch mit dem Oberschiedsrichter. Behandlungen sind eigentlich nur bei Verletzungen gestattet, nicht aber bei Krämpfen. Alcaraz hatte aber wohl angegeben, dass er einen Stich im Oberschenkel gespürt hatte.

Zverev profitierte und fügte dem Spanier die ersten beiden Satzverluste im Turnierverlauf zu. In Satz fünf schien nach einem frühen Break alles angerichtet für den Deutschen, der mehrmals Breakbälle abwehrte und bei 5:4 auch auf den Matchgewinn servierte, den Sieg aber nicht in trockene Tücher bringen konnte. Nach 5:27 Stunden verwandelte Alcaraz gleich seinen ersten Matchball.