Touristen-Frust
Beliebte Urlaubsregion will Kreuzfahrt-Gäste stoppen
20.05.2026Überfüllte Gassen, Dauerstau und genervte Einheimische: An Italiens berühmter Amalfiküste wächst die Wut auf den Massentourismus. Jetzt werden sogar drastische Maßnahmen gegen Kreuzfahrtgäste gefordert.
Die malerische Amalfiküste lockt jedes Jahr Millionen Urlauber an, doch für viele Bewohner ist das Maß offenbar voll. Vor allem an Tagen, an denen Kreuzfahrtschiffe anlegen, sollen sich die kleinen Küstenorte regelrecht in Menschenmassen verlieren.
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In engen Gassen komme man kaum noch voran, Straßen seien oft völlig überlastet. Einheimische berichten von Zuständen, die mit entspanntem Italien-Urlaub kaum noch etwas zu tun hätten, schreibt die "Bild".
Bewohner fordern Konsequenzen
Besonders die vielen Tagesgäste von Kreuzfahrtschiffen stehen in der Kritik. Salvatore Gagliano, Politiker und Hotelbesitzer in Praiano, fordert laut britischen Medien inzwischen strengere Regeln. „Wir brauchen eine Regelung, um Passagieren zu verbieten, die Kreuzfahrtschiffe zu verlassen und an Land zu kommen“, erklärt er. Viele der Besucher würden nur kurz bleiben, Souvenirs kaufen und anschließend wieder verschwinden, ohne viel Geld in der Region auszugeben.
Gleichzeitig würden klassische Urlaubsgäste zunehmend darunter leiden. Manche Hotelbesucher hätten laut Gagliano sogar keine Lust mehr, ihre Unterkunft zu verlassen.
Krise auch in anderen Urlaubsorten
Das Problem betrifft längst nicht nur die Amalfiküste. Auch auf der nahegelegenen Insel Ischia sorgten zuletzt tausende Kreuzfahrtgäste innerhalb weniger Tage für enorme Belastung. Politiker sprechen zwar von möglichen Lösungen, konkrete Maßnahmen blieben bisher allerdings aus. Schon im vergangenen Jahr hatten mehrere Gemeinden über Strategien gegen die Besucherströme beraten.
Kreuzfahrten als Wirtschaftsfaktor
Ein komplettes Verbot bleibt dennoch umstritten. Vertreter der Kreuzfahrtbranche verweisen auf die enorme wirtschaftliche Bedeutung für Italien. Laut Branchenverband trage der Sektor jährlich Milliarden zur Wirtschaft bei und sichere zahlreiche Arbeitsplätze. Trotzdem wächst in beliebten Urlaubsregionen der Druck und die Frage, wie viel Tourismus Orte überhaupt noch verkraften können.