Minister-Treffen
EU warnt vor Russland-„Falle“ bei Ukraine-Gesprächen
28.05.2026Während mögliche Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs wieder Thema werden, wächst in Europa die Sorge vor russischem Einfluss. Vor einem wichtigen Treffen der EU-Außenminister fand die EU-Außenbeauftragte deutliche Worte.
Auf Zypern kommen am Donnerstag die Außenminister der EU-Staaten zusammen, um über das weitere Vorgehen im Ukraine-Krieg zu beraten. Bei dem Treffen in der Küstenstadt Limassol geht es vor allem um die Frage, ob und unter welchen Bedingungen neue Gespräche mit Russland möglich wären. Österreich wird von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger vertreten.
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Auch die Idee eines europäischen Sondergesandten steht im Raum. Fixe Entscheidungen werden bei dem informellen Treffen allerdings nicht erwartet.
Kallas warnt vor russischem Einfluss
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas machte bereits vor Beginn der Beratungen klar, dass Europa sich nicht von Moskau in die Karten schauen lassen dürfe. „Wir diskutieren darüber, wer mit ihnen spricht, während sie bereits entscheiden, wer geeignet ist und wer nicht“, sagte Kallas vor dem Ministertreffen in Limassol. Ihre Warnung fiel deutlich aus: „Lasst uns nicht in diese Falle tappen.“
Aus Sicht der Estin dürften Verhandlungen nicht von Einzelpersonen geprägt werden. „Verhandlungen“ seien vielmehr eine „Mannschaftsleistung“, betonte sie.
Ukraine drängt auf mehr Europa
Die Gespräche über einen möglichen Waffenstillstand hatten zuletzt an Tempo verloren. Seit Beginn des Iran-Kriegs stocken diplomatische Bemühungen zwischen Russland, der Ukraine und den USA zunehmend. Kiew fordert deshalb, dass europäische Staaten künftig stärker eingebunden werden. Auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha wird zu den Beratungen auf Zypern erwartet.
Im Vorfeld war auch über mögliche Vermittler diskutiert worden. Russlands Präsident Wladimir Putin brachte laut Berichten sogar Deutschlands Altkanzler Gerhard Schröder ins Gespräch. In Europa stieß dieser Vorschlag jedoch auf breite Ablehnung.
Kallas machte zudem klar, dass vor möglichen Gesprächen zunächst feststehen müsse, welche Ziele Europa überhaupt verfolge. Man müsse definieren, „was wir dort tun und worüber wir konkret sprechen wollen“, sagte sie vor dem Treffen.