Iran-Krieg
Experte: Darum ist Trump erpressbar
20.04.2026US-Präsident Trump ist derzeit mehr unter Druck als das Mullah-Regime.
Die Sorge vor einem Scheitern der Feuerpause zwischen den USA und dem Iran ist am Montag gewachsen. Grund dafür ist nach der Beschlagnahmung eines iranischen Frachtschiffs durch die Amerikaner die Drohung Teherans mit Vergeltung. Außerdem lehnte die iranische Regierung eine neue Verhandlungsrunde ab, die Washington vor dem Auslaufen der Feuerpause am Dienstag anstoßen wollte.
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Für Politikwissenschaftler Klemens Fischer ist ein Kriegsende aber weder näher noch in weitere Ferne gerückt. Beide Seiten würden vor Ende der Waffenruhe am Mittwoch noch kräftig aufbauen, so der Experte auf ntv. Im Hintergrund würden aber sehr wohl Verhandlungen laufen, so Fischer weiter.
Stärker unter Druck
Für Fischer steht Trump derzeit "mehr unter Druck als das Mullah-Regime". Das iranische Regime weiß, dass es bei einer Niederlage untergeht und kämpft daher bis zum bitteren Ende, so der Experte.
Für Trump sei die Situation komplizierter. "Wenn sich der Krieg weiter zieht, dann kommt man immer näher zu den Midterms im November", so Fischer. Der Krieg sei vor allem auch bei seiner MAGA-Bewegung äußerst unpopulär. Je länger der Konflikt dauert, umso wahrscheinlicher sei eine Niederlage für Trumps Republikaner, so der Experte.
Möglicher Ausweg
Der Politikwissenschaftler lässt dann auch mit einem Urteil aufhorchen. "Trump ist seit dem ersten Kriegstag erpressbar." Für den Experten habe sich der US-Präsident verkalkuliert und Fehler gemacht. So hat die US-Regierung etwa nicht damit gerechnet, dass der Iran die Straße von Hormuz schließen kann. Nun müsse Trump einen Ausweg finden.
Fischer erklärt im Interview, wie sich beide Seiten gesichtswahrend einigen könnten. So könnten die USA etwa dem Iran die friedliche Nutzung der Atomenergie erlauben. Zudem könnte das Mullah-Regime die Uran-Anreicherung für mindestens 15 Jahre aussetzen. Das größte Hindernis für einen Deal seien aber nicht der Iran und die USA, sondern Israel, so der Experte weiter. Die Regierung Netanyahu drängt weiterhin auf einen kompletten Regime Change in Teheran und will den Krieg auch fortsetzen, so Fischer.