Versöhnung?
Irrer Kim will Gipfel mit Südkorea
Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat Gespräche mit dem Süden auf "höchster Ebene" vorgeschlagen. Es sei Zeit, eine "neue Geschichte in den Nord-Süd-Beziehungen" zu schreiben, sagte Kim am Donnerstag in seiner Neujahrsansprache. Ein Gipfeltreffen der beiden Staaten, die sich seit dem Korea-Krieg der Jahre 1950 bis 1953 im Kriegszustand befinden, hatte es zuletzt 2007 gegeben.
Den USA warf der nordkoreanische Machthaber vor, eine "böse" Menschenrechtskampagne gegen sein Land zu führen. Kurz vor Weihnachten hatte der UNO-Sicherheitsrat erstmals über Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea beraten. Die USA und andere westliche Staaten sprachen sich dafür aus, Pjöngjang deswegen vor den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag zu bringen.
Zuletzt hatte der Streit über die Nordkorea-Filmsatire "The Interview" für zusätzliche Spannungen gesorgt. Sony Pictures hatte den für den ersten Weihnachtsfeiertag geplanten Kinostart des Films in den USA zunächst abgesagt, nachdem eine Hackergruppe vertrauliche Informationen veröffentlicht und ominöse Drohungen ausgesprochen hatte. US-Präsident Barack Obama machte dafür Nordkorea verantwortlich. Nicht zuletzt auf Druck des US-Präsidenten lief der Film vor einer Woche dann doch an. Kim Jong-un reagierte darauf mit neuen Drohungen gegen die USA und beleidigte Obama rassistisch.
In einer Reaktion auf Kims Neujahrsansprache ging ein Vertreter des US-Außenministeriums lediglich auf das Gesprächsangebot an den Süden ein. Die USA unterstützten eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea, sagte er.