Neue Phase

Israel greift Hamas-Terroristen direkt in Tunneln an

07.11.2023

Die israelische Armee werde Hamas-Kämpfer nun in unterirdischen Tunneln und Bunkern  angreifen.

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 Israel verstärkt seine Angriffe auf den von der Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen. Die Armee werde Hamas-Kämpfer in unterirdischen Tunneln und Bunkern im nördlichen Gazastreifen angreifen, kündigte Militärsprecher Richard Hecht an. Das Gebiet sei in zwei Hälften geteilt. Unterdessen wurde der Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten nach einer zweitägigen Schließung am Montag wieder für die Ausreise von Ausländern und Verletzte geöffnet.

Laut einem ägyptischen Grenzbeamten kamen zunächst sechs Krankenwagen mit Verletzten aus dem Gazastreifen in Ägypten an. Wenig später beobachtete er die Ankunft einer ersten Gruppe von Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft. In der vergangen Woche hatten bereits dutzende verletzte Palästinenser und hunderte Ausländer den Gazastreifen über den Grenzübergang Rafah verlassen können. Am Samstag und Sonntag war dieser geschlossen worden, nachdem die israelische Armee einen Krankenwagen im Gazastreifen beschossen hatte.

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Gaza-Stadt eingekreist

Der Militärsprecher berichtete indes, dass die Stadt Gaza im Norden mittlerweile eingekreist sei und damit ein wichtiges Etappenziel erreicht sei. Er äußerte sich wenige Stunden nach einer massiven Angriffswelle der israelischen Luftwaffe auf den dicht besiedelten Küstenstreifen. In den vergangenen 24 Stunden seien rund 450 Ziele aus der Luft bombardiert worden, teilte die Armee am Montag in der Früh mit. Darunter seien Tunnel, militärische Anlagen sowie Abschussrampen für Panzerabwehrraketen der Hamas gewesen. Zudem hätten die Truppen am Boden einen militärischen Komplex übernommen.

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Beim Einsatz seien "mehrere Hamas-Terroristen" getötet worden, hieß es vom Militär. Das von der Terrororganisation Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium von Gaza berichtete von mehr als 200 Toten bei den nächtlichen Angriffen. Die Toten wurden dabei als "Märtyrer" bezeichnet.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu warf indes dem Iran und seinen Verbündeten vor, die Annäherung Israels an arabische Staaten in der Region gezielt torpedieren zu wollen. Einen Monat nach dem Beginn des Gaza-Kriegs sprach Netanyahu am Montag vor mehr als 100 ausländischen Diplomaten von einem "breiteren Krieg zwischen Zivilisation und Barbarei". Netanyahu sagte: "Die Barbarei wird von einer Achse des Terrors angeführt." An der Spitze stehe Teheran, sie schließe auch die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah, die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas sowie die Houthi-Rebellen im Jemen ein.

Jordanien zog indes eine "rote Linie" im Gaza-Krieg. Versuche, Palästinenser aus dem Gazastreifen oder dem Westjordanland zu vertreiben, oder Bedingungen, das vorzubereiten, werde das Königreich als "Kriegserklärung" betrachten, sagte der jordanische Ministerpräsident Bisher al-Khasawneh laut der staatlichen Nachrichtenagentur Petra am Montag.
 

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