Hilferuf aus Kongo

Jedes vierte Ebola-Todesopfer ist ein Kind

28.05.2026

Laut "Save the Children" ist jedes vierte bestätigte Todesopfer ein Kind. Hilfsorganisationen warnen vor einer dramatischen Lage.

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© AFP
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Unter den bisher in dem zentralafrikanischen Land bestätigten verstorbenen 17 Ebola-Patienten waren vier Kinder, so ein Sprecher am Donnerstag. Die tatsächliche Zahl dürfte angesichts von knapp 240 Verdachtsfällen verstorbener Patienten noch deutlich höher liegen.

In der besonders betroffenen Region Ituri gibt es derzeit noch keine Laborkapazitäten, die schnell Gewissheit über eine Ebola-Infektion verschaffen können. "Ich habe im Laufe der Jahre mehrere Ebola-Ausbrüche erlebt, aber noch nie so eine schnelle Ausbreitung", sagte Babou Rukengeza, Leiter der Ebola-Nothilfe von Save the Children in der Demokratischen Republik Kongo. "Viele Länder haben ihre Hilfsgelder gekürzt und wir spüren die Folgen davon bereits vor Ort. Das heißt, es müssten nicht so viele Menschen sterben", sagte Rukengeza.

Risiken nicht nur durch Ebola

Kinder sind in der von Armut, bewaffneten Konflikten und Mangelernährung betroffenen Region derzeit noch einem weiteren Risiko ausgesetzt, so Rukengeza: Das Risiko, an Malaria zu sterben, steige. Denn die ersten Symptome wie Fieber, Gliederschmerzen und Unwohlsein ähneln denen von Ebola. Aus Angst vor einer Ansteckung mieden aber viele Menschen Gesundheitszentren. "Dadurch sterben Kinder an Malaria, obwohl die Krankheit behandelbar wäre."

Herausforderung Geburtshilfe

Auch die Aufrechterhaltung der Geburtshilfe inmitten des Ebola-Ausbruchs sei herausfordernd, erklärte die Tübinger Tropenärztin Gisela Schneider. Eine Geburt sei bei Ebola "ein ganz großer Risikofaktor" - nicht nur für die Mutter und das Neugeborene, sondern auch für die Hebamme und andere Mitarbeiter in der Geburtshilfe, da es unter anderem viel Kontakt mit Blut gebe.

UNO Women hatte vor einigen Tagen darauf hingewiesen, dass zudem der Anteil von Frauen und Mädchen unter den Betroffenen bei vorangegangenen Ebola-Ausbrüchen überdurchschnittlich hoch gewesen sei. "Frauen sind Mütter, Tanten und Schwestern, die sich um Kinder kümmern", sagte Sofia Calltorp, Leiterin der humanitären Maßnahmen der UNO-Organisation. "Sie sind Töchter, die sich um ihre Älteren kümmern. Sie sind Krankenschwestern und Reinigungskräfte auf Krankenhausstationen und Geburtshelferinnen, die Frauen bei der Geburt ihrer Kinder unterstützen. Frauen sind auch diejenigen, die sich um verstorbene Angehörige kümmern und deren Leichnam für die Beerdigung vorbereiten."