300 Infizierte nach Festival

Kroatien-Cluster: Das Protokoll

© Getty Images/Symbolbild
Der Party-Event „Austria goes Zrce“ wurde zur Super-Spreader-Veranstaltung. Besucherin klagt: "Lasche Kontrollen".
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Kroatien/Österreich. Mehr als 300 Rückkehrer von der Riesenparty auf der Insel Pag (Region Zadar) sind Corona-positiv. Die Fälle werden aber noch weiter steigen.

Aufruf

Die Behörden appellieren daher „eindringlich“ an all jene, die ebenfalls in Zrce in Kroatien waren, umgehend einen PCR-Test zu machen.

Anklage. Insgesamt sollen 19.000 Personen zur mehrtägigen Party vom 17. bis 24 Juli in die Region Zadar (Inzidenz 102) gereist sein. Martin Reitstätter, einer der Veranstalter, dementiert und sagt zu ÖSTERREICH: „Es waren etwas mehr als 8.000.“ (siehe Interview). Während Reitstätter von „einem strengen Sicherheitskonzept“ spricht, behauptet eine jetzt infizierte Festivalbesucherin gegenüber dem Standard das Gegenteil: Vor Ort habe man rasch gesehen, wie wenig umgesetzt wurde. Beim Haupteingang sei zwar strikt kontrolliert worden, an den Seiteneingängen allerdings nicht.

Auch Frequency-Veranstalter äußerst sich ebenfalls

Ewald Tatar, dessen Frequency Festival in St. Pölten nicht genehmigt wurde, äußerte sich zynisch über den Superspreader-Event in Kroatien: „Die Jungen, die bei uns an die Reihe kommen hätten sollen, weichen nun natürlich ins Ausland aus. In Österreich, wo unser Festival mit einem knallharten Covid-19-Präventionskonzept nicht genehmigt wurde, lässt man die Jungen das halt nicht tun.“

Interview mit "Austria goes Zrce" Veranstalter Martin Reitstätter

ÖSTERREICH: Mehr als 200 Infizierte nach einem Festival, das Sie in Kroatien veranstaltet haben. Was lief falsch?
Martin Reitsätter: Die Infektionen sind uns unerklärlich, vor allem das Ausmaß. Auch waren nicht 19.000 Österreicher auf der Insel, wir haben knapp über 8.000 hingebracht. Bei großen Menschenansammlungen kann was passieren, das ist allen klar. Aber wir haben die Kontrollen vor Ort verschärft, überall galt die 3-G-Regel. Sogar die Hauptbühne haben wir gecancelt, wir wollten auf Nummer sichergehen.

ÖSTERREICH: Trotzdem die Ansteckungen ...
Reitstätter: Erschüttert sind wir darüber, dass viele Geimpfte unter den Infizierten sind. Allein in Niederrösterreich gibt es 38 positive Fälle, davon sind 33 geimpft, 13 sogar vollimmunisiert. Bei uns galt die 3-G-Regelung. Kein Krisenstab, keine Regierung hatte am Schirm, dass das nicht reicht.

ÖSTERREICH: Wo haben sich die meisten Besucher angesteckt?
Reitstätter: Das Hauptproblem waren wohl die Busse – 50 Leute stundenlang auf engem Raum. Wir haben das vorgeschriebene Sicherheitskonzept umgesetzt.