Ermittlungen laufen

Nach tödlichem Einsatz: Bundesbeamte suspendiert

28.01.2026

Zwei Bundesbeamte, die in die tödlichen Schüsse auf den US-Bürger Alex Pretti in Minneapolis involviert waren, sind von ihrem Dienst suspendiert worden.

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© APA/AFP/Octavio JONES (Archivbild)
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Das bestätigte ein Sprecher des Heimatschutzministeriums der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. Dabei handelt es sich demnach um ein Standardverfahren in solchen Fällen. Der auf Videos festgehaltene tödliche Vorfall löste Empörung und Protest aus. 

US-Medien berichteten jüngst über einen ersten umfassenden offiziellen Bericht der Sicherheitsbehörden zu den tödlichen Schüssen auf Pretti - demnach feuerten zwei Bundesbeamte am Wochenende Schüsse auf den 37-Jährigen ab. Die "New York Times" und der Sender CBS etwa berichteten unter Berufung auf eine E-Mail mit dem vorläufigen Untersuchungsbericht, den die Grenzschutzbehörde CBP an Mitglieder des US-Parlaments gesendet habe, dass zunächst ein Grenzschutzbeamter (Border Patrol) und dann ein Beamter der Grenzschutzbehörde CBP auf den Krankenpfleger geschossen hätten.

Der auf Videos festgehaltene tödliche Vorfall löste in der Stadt im nördlichen US-Bundesstaat Minnesota und im ganzen Land Empörung und Protest aus. In dem Bericht ist laut den daraus zitierenden Medien keine Rede davon, dass Pretti nach seiner Waffe gegriffen habe - obwohl die US-Regierung anfangs genau diesen Eindruck erweckt hatte.

Das Vorgehen der Einsatzkräfte in Minneapolis, die dort bereits am 7. Jänner die unbewaffnete Autofahrerin Renee Good erschossen hatten, löste landesweit Empörung und vereinzelt auch Proteste aus.

Trump: "Ein bisschen deeskalieren"

US-Präsident Donald Trump hatte nach dem Vorfall angekündigt, in Minneapolis "ein bisschen deeskalieren" zu wollen. Wenige Stunden später verschärfte er den Ton allerdings wieder. Trump warf dem Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, in seinem Onlinedienst Truth Social Gesetzesbruch und ein "Spiel mit dem Feuer" vor. Der Demokraten-Politiker Frey hatte verkündet, dass die Stadt die Einwanderungsgesetze der US-Regierung nicht umsetzen werde.

Frey wies die Anschuldigungen Trumps zurück, er trage zur Eskalation bei. "Die Aufgabe unserer Polizei ist es, die Menschen zu schützen, nicht Bundes-Einwanderungsgesetze durchzusetzen", erklärte er im Onlinedienst X. Zuvor hatte Frey Trumps Grenzschutzbeauftragten Tom Homan getroffen, den der Präsident nach Minneapolis entsandt hatte, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen.

Minneapolis wird seit Wochen vom gewalttätigen Vorgehen der Einsatzkräfte des Bundes erschüttert. Die meisten von ihnen gehören der Einwanderungsbehörde ICE an, die im Auftrag der Trump-Regierung Migranten ohne Papiere aufspüren soll. Unterstützt wird ICE von der Grenzschutzbehörde CBP.

3000 Sondereinsatzkräfte vor Ort

Der nach der Tötung Prettis in die Kritik geratene Grenzschutzkommandeur Gregory Bovino wurde laut US-Medien inzwischen wieder zurück nach Kalifornien abkommandiert, das Heimatschutzministerium bestätigte dies allerdings nicht. Den Berichten zufolge sind immer noch die meisten der 3000 Sondereinsatzkräfte vor Ort, die die US-Regierung in den von Demokraten regierten Bundesstaat Minnesota geschickt hatte.

Der langjährige CBP-Exekutivdirektor Tim Quinn, der im vergangenen Jahr zurückgetreten war, sagte der "Washington Post", er hoffe nun auf eine "Neuausrichtung bei der Durchsetzung der Einwanderungsgesetze". Bovinos Vorgehen habe das Ansehen der Grenzschützer "negativ beeinflusst - hoffentlich aber nicht irreparabel beschädigt".

Bovino hatte nach den tödlichen Schüssen auf Pretti behauptet, die ihm unterstellten Grenzschützer seien die eigentlichen "Opfer" gewesen und der Krankenpfleger habe mit seiner Waffe "maximalen Schaden anrichten und die Strafverfolgungsbehörden massakrieren" wollen. Das Heimatschutzministerium sowie die Bundespolizei FBI untersuchen die tödlichen Schüsse auf Pretti derzeit.