Einiges zu erwarten
Nach Maduro-Sturz: Experte hat brisanten Verdacht
04.01.2026Nach dem Sturz von Maduro könnten die USA jetzt in weiteren Ländern zuschlagen.
US-Präsident Donald Trump hat nach dem Angriff auf Venezuela und der Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro den Anspruch auf die Vorherrschaft auf dem amerikanischen Doppelkontinent bekräftigt und auf die Monroe-Doktrin verwiesen. Auch den Begriff der „Donroe-Doktrin“ nutzt er. Doch was ist damit gemeint? In Anlehnung an Trumps Vornamen setzt sich die Bezeichnung „Donroe“ aus dem eigentlichen Namen der Doktrin „Monroe“ und dem Namen des Präsidenten „Donald“ zusammen.
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Die US-Zeitung „New York Post“ hatte Anfang 2025 „Die Donroe-Doktrin“ (The Donroe Doctrine) getitelt und schöpfte den neuen Begriff. Zum Jahreswechsel griff die „Washington Post“ dies auf und schrieb: „Die Boulevardzeitung spielte damit auf den Präzedenzfall von 1823 an, als Präsident James Monroe die Ablehnung der jungen amerikanischen Republik gegenüber künftigen europäischen Einmischungen und Kolonialisierungen in ihrer Hemisphäre verkündete - bekannt als Monroe-Doktrin.“ Zuletzt wurde der Begriff vielfach auch von anderen Medien verwendet.
Grönland gerät in den Fokus
Experten befürchten, dass Trump mit seiner Donroe-Doktrin auch in anderen Ländern Mittel- und Lateinamerikas intervenieren könnte. Für Sicherheitsexperten Nico Lange geht es dabei nicht nur etwa um Kuba oder Kolumbien, sondern auch um Grönland. „Es gibt ein amerikanisches Verständnis, nachdem Grönland auch zur westlichen Hemisphäre gehören könnte, wo jetzt dieses Vorrecht, diese Donroe-Doktrin, in Anlehnung an die Monroe-Doktrin gelten könnte“, so der Experte im Welt-Interview. „Da wird noch sicherlich einiges zu erwarten sein aus den USA, mindestens mal aus dem MAGA-Lager, wenn nicht von Trump direkt.“
Dazu passt auch ein Posting, das Katie Miller, die Frau von Trump-Berater Stephen Miller nach Maduros Sturz veröffentlichte. Miller postete die Umrisse Grönlands in den Farben der US-Flagge und schrieb dazu „Soon“. Trump sprach bereits mehrfach davon, dass die USA zu Dänemark gehörende Insel annektieren sollten. „Wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit. Wir müssen es haben.“
Doktrin aus dem 19. Jahrhundert
Die Monroe-Doktrin geht auf Präsident James Monroe (regierte 1817 bis 1825) zurück, wonach die USA in der Neuen Welt keinen Einfluss europäischer Mächte mehr dulden und den gesamten amerikanischen Doppelkontinent geopolitisch dominieren. Zugleich beschreibt sie die Neutralität und Politik des Nicht-Einmischens der USA in die europäischen Angelegenheiten.
Trump hatte bei einer Pressekonferenz nach dem Angriff auf Venezuela gesagt: „Die amerikanische Dominanz in der westlichen Hemisphäre wird niemals wieder infrage gestellt.“ Washington habe die im 19. Jahrhundert geprägte Monroe-Doktrin über die US-Vorherrschaft in den Amerikas vernachlässigt. Er fügte hinzu: „Wir haben sie ein Stück weit vergessen. Sie war sehr wichtig, aber wir haben sie vergessen. Wir werden sie nicht mehr vergessen.“