Nach Ausraster

Obama holt sich BP-Schmutzfinken

11.06.2010

Der verärgerte US-Präsident zitiert nun den BP-Vorstand ins Weiße Haus.

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Der britische Konzern gerät wegen der schlimmsten Ölpest in der US-Geschichte jedoch auch politisch immer weiter unter Druck. US-Präsident Obama forderte den BP-Aufsichtsratschef Svanberg nun auf, ihm am kommenden Mittwoch wegen der Naturkatastrophe Rede und Antwort zu stehen. Ein entsprechendes Schreiben vom Chef-Koordinator für das Krisenmanagement an der ölverseuchten Golfküste, Thad Allen, sei an Svanberg geschickt worden, teilte das Weiße Haus am Donnerstag mit. Darin habe Allen nochmals klar gemacht, dass BP "finanziell für alle Kosten voll verantwortlich" sei.

Sehen Sie hier das Video (c) NBC:

Druck erhöht
Obama hatte bereits in den vergangenen Tagen den Druck auf BP deutlich erhöht. Unter anderem sagte der Präsident über BP-Chef Hayward, er hätte diesen längst gefeuert. Außerdem setzte die US-Regierung dem britischen Konzern ein Ultimatum für neue Vorschläge im Kampf gegen die Ölpest.

Immer mehr Öl
Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat offensichtlich deutlich größere Ausmaße als bisher angenommen: Die US-Behörden gehen nach eigenen Angaben inzwischen davon aus, dass täglich bis zu 40.000 Barrel Öl (6,4 Millionen Liter) ins Meer fließen. "Die niedrigste auf wissenschaftlichen Analysen beruhende Schätzung liegt bei 20.000 Barrel, die höchste glaubwürdige um die 40.000 Barrel", sagte am Donnerstag die Vorsitzende einer von der Regierung wegen der Katastrophe eingesetzten Expertengruppe, Marcia NcNutt.

Damit tritt aus dem Leck im Golf von Mexiko deutlich mehr Öl aus als bisher angenommen: Bisher war die Expertengruppe von 12.000 bis 19.000 Barrel pro Tag ausgegangen, die ins Meer fließen. Im Golf von Mexiko war am 20. April die BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" explodiert und zwei Tage später gesunken. Seitdem fließt Öl ins Meer, zahlreiche Küsten in den USA sind bereits verschmutzt.

BP wirtschaftlich unter Druck
BP erwäge "alle Optionen bezüglich der Dividende", sagte BP-Chef Hayward der Zeitung. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Sie soll laut Bericht am 27. Juli verkündet werden. Demnach könnte die Dividende, die BP quartalsweise auszahlt, für das zweite Quartal entweder gekürzt werden oder sogar ganz ausfallen. Die Aktionäre könnten dann statt Geld Anteile am Unternehmen bekommen.

BP hatte am Dienstag versichert, die Dividende für das erste Quartal werde ausgezahlt. Im vergangenen Jahr schüttete das Unternehmen insgesamt umgerechnet 8,3 Mrd. Euro Dividende aus.

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