Kunstzensur

Rassistische Sprache: Nun werden sogar Kunstwerke umbenannt

© mago/momentphoto/Robert Michael
Die staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), benennen 143 Kunstwerkte von Weltruhm um.
Zur Vollversion des Artikels

143 Kunstwerke, das ist die Anzahl von Kunstwerken, die seit 2010 von der SKD „auf rassistische oder anderweitig diskriminierende Begriffe oder Inhalte“ geprüft, und politisch korrekt unbenannt wurden. Mysteriös ist jedoch, dass es auf Anfrage der Bild hieß, dass das Ministerium „eine solche Überprüfung weder veranlasst noch durchgeführt“ habe.

Das Ergebnis jedoch ist unzweifelhaft, so werden Begriffe wie "Mohr" und "Zigeuner" von den Kunstwerken getilgt. Jedoch wurden auch Titeln korrigiert, bei den es viele Leute für nicht nötig gehalten hätten. So wird zum Beispiel aus „Hund, Zwerg und Knabe“ – „Hund, kleinwüchsiger Mann und Junge“.

© SKD

Historiker verärgert

Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn übt deutliche Kritik: „Merken denn die Umbenenner vom Dienst nicht, wie sehr sie sich und die eigentlich gute Absicht zum Gespött machen?“

Wolffsohn: „Die Schwarze Bürgerrechtsbewegung in den USA war da in den 1960er-Jahren viel klüger: ‚Schwarze‘ war lange ein Schimpfwort. Sie drehten den Spieß um und machten daraus: ‚Schwarz ist schön‘. ‚Jude‘ war und ist für manche immer noch ein Schimpfwort. Wenn ich sage, ‚Ich bin Jude‘, dann macht mich das stolz.“

Liste umbenannter Kunstwerke