Veruntreuung

Russland ermittelt gegen Ronald McDonald

08.10.2014

Zuvor waren mehrere Filialen der Fast Food-Kette geschlossen worden.

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© APA/ Parigger
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Nach der Schließung von einigen Filialen in ganz Russland ist die US-Fastfoodkette McDonald's jetzt mit dem Vorwurf konfrontiert, ihre wohltätige Stiftung Ronald McDonald veruntreue Gelder. Die russische Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen aufgenommen, teilte am Mittwoch Swetlana Poljakowa, Direktorin der Stiftung in Russland mit. Sie wies alle Vorwürfe zurück.

Politiker attackiert McDonald's
Die Ermittlungen gegen die Ronald McDonald-Kinderhilfe gehen russischen Medienberichten zufolge auf den Parlamentsabgeordneten Andrej Krutow zurück. Er hatte im Sender Moskauer Echo gesagt, die Stiftung sammle jedes Jahr "bedeutende Summen" ein, bis zu drei Millionen Dollar (2,38 Mio. Euro). So habe sie in den vergangenen 15 Jahren fast 20 bis 30 Mio. Dollar angehäuft. Die im Internet angeführten Ausgaben der Stiftung entsprächen nicht den Einnahmen.

Dieser Vorwurf sei "vollkommen unbegründet", sagte Stiftungs-Leiterin Poljakowa. Sie habe der Staatsanwaltschaft am Dienstag alle nötigen Dokumente ausgehändigt, darunter die Satzung der Stiftung und die Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben für die Jahre 2013 und 2014. Aufgabe der Stiftung sei es, bedürftigen Kindern zu helfen, betonte Poljakowa. In den 20 Jahren ihrer Arbeit in Russland habe die Stiftung tausenden Kindern und Familien in Not geholfen.

Die russischen Behörden hatten am 20. August überraschend zunächst drei McDonald's-Filialen in Moskau geschlossen, nach ihren Angaben aus gesundheitlichen Gründen. Weitere Lokale folgten.

Vergeltungsmaßnahme

Das Vorgehen gegen McDonald's wird von Experten als Vergeltungsmaßnahme für die Sanktionen des Westens im Ukraine-Konflikt angesehen, weil die Kette als Sinnbild für die amerikanische Lebensart gilt. McDonald's hat mehr als 430 Filialen in Russland.

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