Tschernobyl-Gedenken

Selenskyj wirft Russland "nuklearen Terrorismus" vor

26.04.2026

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland am 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl "nuklearen Terrorismus" vorgeworfen.

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Mit dem Einmarsch in der Ukraine im Februar 2022 habe Russland "die Welt erneut an den Rand einer menschengemachten Katastrophe" gebracht, erklärte Selenskyj am Sonntag in einem Onlinedienst. Russische Drohnen flögen immer wieder über Tschernobyl hinweg, eine habe im vergangenen Februar die Schutzhülle getroffen.

"Die Welt darf diesen nuklearen Terrorismus nicht weiter zulassen", betonte Selenskyj. "Der beste Weg ist, Russland zu zwingen, seine rücksichtslosen Angriffe zu beenden", fügte er hinzu.

Gedenken der Atomkatastrophe von Tschernobyl von 1986

In der Ukraine wird am Sonntag der verheerenden Explosion im Atomkraftwerk Tschernobyl in der damaligen Sowjetunion vor 40 Jahren gedacht. Auf dem Kraftwerksgelände in der Nordukraine ist eine Zeremonie der Staatsführung mit Präsident Selenskyj geplant. Wegen des seit 2022 laufenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der nahen Grenze zu Russlands Verbündetem Belarus gelten dabei strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Zudem wird in der Hauptstadt Kiew und anderen Orten mit Schweigeminuten, Ausstellungen, Konzerten, Filmvorführungen und dem Niederlegen von Blumen an die tragischen Ereignisse erinnert. Gedenkveranstaltungen wird es ebenfalls im sehr stark betroffenen Nachbarland Belarus, Russland und anderen Ex-Sowjetrepubliken geben. Hunderttausende sogenannte Liquidatoren aus allen Sowjetrepubliken halfen damals bei der Beseitigung der unmittelbaren Folgen in dem radioaktiv verstrahlten Gebiet.

Der Super-GAU, der größte anzunehmende Unfall, am 26. April 1986 war die schlimmste zivile Nuklearkatastrophe der Geschichte. In der damaligen Sowjetrepublik Ukraine geriet ein Test im AKW Tschernobyl außer Kontrolle. Radioaktive Wolken breiteten sich abgeschwächt bis nach Nord- und Westeuropa aus. Doch trafen sie neben der Nordukraine vor allem das benachbarte Belarus und auch den Westen Russlands. Monatelang sonderte die offen daliegende Atomruine Strahlung in die Umgebung ab.

Die erste öffentliche Warnung erfolgte erst zwei Tage nach der Explosion, als Schweden einen Anstieg der Strahlungswerte auf seinem Territorium registrierte. Schätzungen über die Zahl der Todesopfer gehen weit auseinander. Die Tschernobyl-Katastrophe weckte international große Ängste vor der Atomkraft. Experten gehen von Zehntausenden Todesfällen aus. Über 100.000 Menschen wurden aus den radioaktiv belasteten Gebieten der 30-Kilometer-Sperrzone um das inzwischen stillgelegte Kraftwerk zwangsumgesiedelt.