Langsamer Vormarsch
Erstmals seit Sommer 2023 Gebietsverluste Russlands
04.05.2026Erstmals seit fast drei Jahren hat Russland an der Front in der Ukraine im vergangenen Monat Netto-Gebietsverluste erlitten.
Wie aus einer Analyse der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Daten des US-ansässigen Institute for the Study of War (ISW) hervorgeht, verlor die russische Armee im April unter dem Strich die Kontrolle über rund 120 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums.
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Insgesamt gewann die Ukraine demnach die Kontrolle über rund 0,02 Prozent ihres Staatsgebiets zurück. Der Ukraine gelang es laut den ISW-Daten, an mehreren Frontabschnitten vorzurücken. In den drei ostukrainischen Regionen Saporischschja, Charkiw und Donezk gewannen die Soldaten demnach jeweils rund 40 Quadratkilometer Gebiet zurück.
Russland rückt in Donezk vor
Russland rückte seinerseits in der Gegend um die Großstadt Kramatorsk in der Region Donezk vor.
Insgesamt hält Russland den ISW-Daten zufolge etwas mehr als 19 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets besetzt. Darunter sind die bereits 2014 annektierte Halbinsel Krim und Gegenden in den Regionen Donezk und Luhansk, die bereits vor der Vollinvasion im Jahr 2022 von pro-russischen Separatisten kontrolliert worden waren. Den Großteil des restlichen Gebiets hatte Russland in den ersten Wochen nach Beginn des Kriegs im Februar 2022 erobert.
Russischer Vormarsch seit Monaten verlangsamt
Der Vormarsch der russischen Armee hatte sich der Analyse zufolge bereits in den Monaten zuvor erheblich verlangsamt: Im März hatte Russland 23 Quadratkilometer Territorium eingenommen, im Februar 123 Kilometer, im Jänner waren es noch 319 Quadratkilometern gewesen.
Dem ISW zufolge haben insbesondere ukrainische Gegenangriffe und Probleme der russischen Armee mit Kommunikationstechnologie "bereits bestehende Probleme innerhalb der russischen Streitkräfte verschärft". Im Februar 2026 hatte das US-Unternehmen SpaceX die Nutzung seiner Starlink-Satelliten durch das russische Militär unterbunden, die russische Führung schränkte zudem die Nutzung des Online-Dienstes Telegram ein. Auch der durch Tauwetter und Regen entstandene Schlamm habe womöglich das Vorrücken von Bodeneinheiten verlangsamt.