Fokus auf ein Gebiet

Mit 20.000 Extra-Soldaten: Putin ändert Kriegsziel in der Ukraine

27.04.2026

Laut Experten plant Russland eine neue Frühlingsoffensive in der Ukraine. Gleichzeitig sollen sich die Kriegsziele des Kremls verändert haben.

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Gegenüber der britischen Zeitung "Times" vermutet Vadym Skibitskyi, der Vizechef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, dass Russland in Kürze eine Frühlingsoffensive beginnen könnte. Laut ihm würde Russland derzeit rund 20.000 zusätzliche Soldaten mobilisieren.

Russische Soldaten setzen somit auf den besseren Untergrund in den kommenden Monaten. Nach dem Winter kämpften sie sich durch schlammige Böden. Wie der "Spiegel" berichtet, würden die Soldaten vermehrt mit Motorrädern und Panzern ukrainische Gebiete angreifen.

Kriegsziele sollen sich verändert haben

Dabei sollen sich auch die Kriegsziele des Kremls verändert haben. Moskau hat seit dem Kriegsausbruch am 24. Februar 2022 nicht offiziell verkündet, welche ukrainischen Gebiete sie erobern wollen. Bisher glaubten Experten laut dem "Spiegel", dass Wladimir Putin die Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson unter seine Macht bringen wollte.

Wie das deutsche Magazin nun berichtet, habe Russland diese Liste nun gekürzt. Es geht offenbar nur noch um Donezk. Sie zitieren Kremlsprecher Dmitrij Peskow, wonach die russische Armee etwa "17 bis 18 Prozent der Volksrepublik Donezk" erobern müsse. Danach würde der Kreml die Kriegshandlungen einstellen.

Zwei ukrainische Städte als Ziele

Der Militärexperte Franz-Stefan Gady geht laut dem "Spiegel" davon aus, dass Russland versucht, die ukrainischen Städte Kramatorsk und Slowjansk einzukesseln. Die beiden Städte befinden sich in der Region Donezk. Russland würde dabei Kramatorsk aus dem Süden und Slowjansk aus dem Norden angreifen. Ähnlich sieht es der Militärexperte Gustav Gressel beim "Tagesspiegel". Er vermutet, dass dieser sogenannte "Festungsgürtel" zur Zielscheibe der russischen Armee werden wird.

Laut dem "Spiegel" sehen die Prognosen für den Erfolg dieser Taktik schlecht aus. Den russischen Soldaten fehlt es an Panzern und einer starken Infanterie. Zusätzlich erschwert die immer bessere Drohnenkriegsführung der Ukraine die Lage. Ihnen fehlt die nötige Technologie, um die neue ukrainische Waffe zu bekämpfen. Seitdem Russland die wichtigen Dienste Starlink und Telegram gesperrt hat, leidet ebenfalls die Kommunikation darunter.

Geheimdienst-Vize Skibitskyi geht davon aus, dass Russland den Donbass bis September komplett erobern will. Dazu gehören vor allem die Gebiete Donezk und Luhansk. Gady glaubt, dass der Kreml seine Ziele frühestens im Spätsommer oder erst im nächsten Jahr erreichen werde.