Identitätsdiebstahl

Hacker stehlen Ausweis: Pensionist hat nun 180.000 Euro Schulden

05.03.2026

Kriminelle haben mit einer Kopie eines Personalausweises von einer gehackten E-Mail-Adresse Tausende Autos angemeldet. Auf den Namen des Mannes haben diese Männer einen Haufen an Strafen verursacht. Die Behörden haben sogar einen Teil der Pension eingefroren.

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Seit Jahren kassiert ein französischer Pensionist Strafzettel für Verkehrsverstöße, für die er nie verantwortlich war. Inzwischen muss er rund 180.000 Euro zahlen. Offenbar haben Kriminelle seine Identität gestohlen. Sie melden auf seinen Namen Autos an und verursachen immer wieder Strafzettel, so die "Hessisch-Niedersächsische Allgemeine" (HNA).

Im Jahr 2019 wird das E-Mail-Konto von Christian Derrey aus Étainhus nahe Le Havre gehackt. Er hatte darin alte berufliche Nachrichten. In einer E-Mail befand sich eine Kopie seines Personalausweises, welche er einmal als Anhang verschickt hatte. Diesen haben die Hacker gefunden und für ihre Betrugsmaschen verwendet.

Firma mit seinem Namen gegründet

Derreys Name taucht immer häufiger in den Behördenakten auf, etwa als Fahrzeughalter oder als vermeintlicher Steuerschuldner. Im November 2024 geschah in seinem Namen der größte Betrugsfall. Laut dem Radiosender "France Bleu" haben die Kriminellen unter Derreys Namen das Unternehmen "CJM-Automobile" gegründet.

Über das Unternehmen wurden innerhalb weniger Tage rund 3000 Fahrzeuge angemeldet. Diese Autos wurden geblitzt oder beim Falschparken erwischt. Doch die Spur führte immer direkt zum Pensionisten.

"Niemand will sich darum kümmern" 

Der Mann leidet darunter. Er findet täglich zwischen 25 und 40 Strafzettel in seinem Postkasten. Somit wachsen die Forderungen gegen ihn immer weiter an. Mittlerweile betragen seine Schulden rund 180.000 Euro. Etwa 3.000 Euro von seinem Konto wurden eingefroren, wie er selbst angibt. Hinzu kommt auch noch, dass ein Teil seiner Pension eingefroren worden sei.

Derrey meint gegenüber "France Bleu": "Niemand will sich darum kümmern." Vor allem belastet ihn, dass er bei jeder Behörde immer wieder erklären muss, dass er diese Strafzettel nicht verursacht hat. Der Franzose muss wiederholt seine Unschuld beweisen.

Inzwischen hat er Anzeige erstattet und will weiter gegen die Forderung ankämpfen. Er ruft auf: "Wir müssen unbedingt eine Einheit gründen, die sich ausschließlich diesem Thema widmet." Er schätzt, dass mehr Personen von dieser Betrugsmasche betroffen seien: "Wir sind Tausende in Frankreich."