Gegen Taliban

21 Tote bei Luftangriff in Pakistan

23.06.2009

Die US-Truppen gehen weiter gegen radikalislamischen Taliban vor.

Zur Vollversion des Artikels
© AP
Zur Vollversion des Artikels

Bei Luftangriffen gegen radikalislamische Taliban sind im pakistanischen Stammesgebiet Süd-Waziristan am Dienstag mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens sieben Menschen starben, als von einer US-Drohne abgefeuerte Raketen ein von den radikal-islamischen Taliban genutztes Gebäude zerstörten. Wenige Stunden später feuerte eine weitere Drohne Raketen auf Trauergäste ab, die den bei dem Angriff zuvor getöteten Taliban-Kommandanten beerdigen wollten. Dabei kamen acht Menschen ums Leben.

Sechs weitere Menschen sind bei Bombardements der pakistanischen Luftwaffe getötet worden. Den Angaben zufolge handelt es sich bei den meisten Opfern um Aufständische. In der benachbarten Region Dera Ismail Khan, die zur Nordwest-Grenzprovinz gehört, wurde unterdessen ein mit der Regierung verbündeter Stammesführer getötet.

Massive Angriffe
In Süd-Waziristan geht das Militär seit Tagen massiv gegen die Bewegung Tehrik-e-Taliban des pakistanischen Extremisten-Führers Baitullah Mehsud vor. Erst am Montag hatten Luftangriffe in der Grenzregion 21 Menschenleben gefordert. Mehsud soll enge Verbindungen zu Taliban-Gruppen und El-Kaida-Terroristen haben, die im Nachbarland Afghanistan aktiv sind und die Stammesregion als Rückzugsraum nutzen. Auch die US-Armee hat in den vergangenen Monaten Dutzende Luftschläge gegen Extremisten-Verstecke in Pakistan geführt. Dabei kommen zumeist Drohnen - unbemannte Flugzeuge - zum Einsatz.

Bei dem getöteten Stammesführer handelt es sich nach Angaben der Polizei um Qari Zainuddin, dessen 700 Kämpfer sich erst vor wenigen Monaten von Mehsuds Taliban-Bewegung abgespalten hatten. Augenzeugen berichteten, Zainuddin sei am Dienstagmorgen in seinem Haus von einem Anhänger Mehsuds erschossen worden. Zunächst bekannte sich jedoch niemand zu der Tat. Zainuddin hatte Mehsud, der für blutige Anschläge in Pakistan verantwortlich gemacht wird, vor allem wegen der zahlreichen zivilen Opfer bei den Terroraktionen kritisiert.

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel