Nach Haft im Iran

Österreich-Diplomat als Retter

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Ein österreichischer Top–Diplomat als Retter: Er half bei der Befreiung einer US-Journalistin aus dem Gefängnis im Iran. Jetzt ruht sich Roxana Saberi in Wien aus.

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Es war eine geheime Befreiungsaktion mit Happy End in Wien. Um 6.16 Uhr landete die AUA-Maschine OS 872 am Flughafen Wien-Schwechat. An Bord saß Roxana Saberi (32) – mehr als drei Monate verbrachte die US-iranische Journalistin im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran.

Nach monatelangen weltweiten Protesten – 400 Personen traten für sie in den Hungerstreik – und vor allem streng geheimen diplomatischen Verhandlungen kam die ehemalige Schönheitskönigin vor fünf Tagen schließlich frei.

Österreich hilft
Drahtzieher der Befreiung war der österreichische Botschafter in Teheran Michael Postl. Er lernte vor Jahren den Vater der Journalistin kennen. Seit vielen Jahren kämpft Postl für die Wahrung der Menschenrechte. Im Zuge dessen knüpfte er intensive Kontakte mit Iranern. Diese Personen übten jetzt mit viel diplomatischem Fingerspitzengefühl Druck auf die Behörden in Teheran aus.

Flucht nach Wien
Nach der Enthaftung organisierte Postl die Flugtickets nach Österreich. Erst am Donnerstagvormittag informierte der Diplomat den österreichischen Außenminister. Michael Spindelegger (ÖVP): „Ich freue mich, dass es durch unsere Mithilfe gelungen ist, Roxana Saberi sicher nach Wien zu bringen. Das ist auch eine ermutigende Bestätigung für unser konsequentes Engagement im Bereich der Menschenrechte weltweit und im Iran im Besonderen.“

Cannes
Nach der Landung in Wien stieg Roxana Saberi mit ihren überglücklichen Eltern und ihrem Bruder in ein Taxi und fuhr in die US-Botschaft. Die kommenden Tage wird Saberi wahrscheinlich bei Freunden in Wien verbringen: „Ich kam nach Wien, weil es ein ruhiger Platz ist“, sagte sie gleich nach der Landung. Ihr nächster Flug führt sie womöglich zum Filmfestival nach Cannes. Denn dort wird ein Film vorgestellt, an dessen Drehbuch sie mitgearbeitet hatte. Thema: Zensur im Iran.

Spionage
Saberis Fall erregte weltweit Aufsehen: Die Journalistin – sie berichtete vor allem für BBC, aber auch für den heimischen Sender FM4 – wurde im Iran zuerst wegen illegalen Einkaufs von Alkohol verhaftet. Dann wiederum hieß es, sie sei Spionin, die Informationen an den US-Geheimdienst weitergab. Dafür verurteilte sie der iranische Richter in einem Schnellverfahren zu einer achtjährigen Haftstrafe. Anfang der Woche wurde sie auf Bewährung freigelassen.